Endlich zeichnet sich ab, dass das massive Versagen von Staat und Behörden im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri auch in einem Untersuchungsausschuss auf Bundesebene aufgearbeitet wird. Union und SPD hatten sich nach dem Anschlag zunächst gegen ein solches Gremium ausgesprochen. Nun haben zuerst die SPD und jetzt auch die CDU ihre Meinung geändert – völlig zu Recht.

Es ist dabei keineswegs so, dass die beiden Untersuchungsausschüsse in den Ländern Nordrhein-Westfalen und Berlin ihre Aufgaben bislang schlecht erfüllt hätten. Im Gegenteil. Die engagierten Ermittler haben eine derart lange Liste von Pleiten, Pech und Pannen aufgedeckt, dass an einer übergeordneten Untersuchung gar kein Weg mehr vorbeiführen darf.

Jetzt ist es an der Zeit, die Erkenntnisse über die Überforderung und das Versagen zusammenzufassen, zu prüfen und zu bewerten. Nur so lassen sich die richtigen Schlüsse ziehen, um ein ähnliches Desaster künftig auszuschließen.