In keinem Bereich ist die Schere zwischen dem Bewusstsein und dem tatsächlichen Verhalten so groß wie bei der Ernährung. Um das ändern setzt Agrarministerin Julia Klöckner auf Aufklärung und Information, die schon bei den Kindern in den Kitas und Schulen beginnen soll. Von strengen Vorgaben der Politik für die Produzenten und die Lebensmittelindustrie hält sie nicht so viel. So lehnt sie die Einführung einer Zuckersteuer ebenso ab wie ein Gesetz, das eine Reduzierung der Dick- und Krankmacher in Lebensmitteln verbindlich vorschreibt.

Damit vertraut sie auf die Einsicht des mündigen Bürgers, der sich von der Politik nicht vorschreiben lassen will, wie er sich zu ernähren hat. Dazu gehört aber auch sein Recht, sich am Ende doch wieder für Schnitzel, Curry oder Tiefkühlpizza zu entscheiden. An der Kluft zwischen Bewusstsein und Verhalten wird sich so schnell nichts ändern, so lange diese Art der Ernährung billig ist und schmeckt. Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier.