In ihrer Wut auf die USA und ihrer Weigerung, zur finanzpolitischen Vernunft zurückzukehren, gleicht die türkische Regierung einer Zeichentrickfigur, die über den Rand des Abgrundes hinaus gejagt ist und jetzt für einige Sekunden in der Luft rudert: Die harte Landung ist absehbar. Präsident Erdogan sagt nicht nur Donald Trump den Kampf an, sondern auch den internationalen Finanzmärkten.

Die Leidtragenden werden die türkischen Bürger sein. Ihre Ersparnisse werden dahinschmelzen. Ihr Problem ist hausgemacht. In den Jahren des billigen Geldes hat die Türkei strukturelle Reformen verschlafen und muss jetzt bei steigenden Zinsen mit ansehen, wie sich Investoren zurückziehen, um ihr Vermögen woanders anzulegen. Dazu kommen Erdogans offene Einflussnahme auf die Zentralbank, die Ernennung seines Schwiegersohns zum Finanzminister und der Streit mit Trump. All dies hat die Anleger verschreckt. Ohne Kurskorrektur droht der Türkei eine Pleitewelle mit Massenentlassungen.