Den Europäern tanzt Autokrat Erdogan schon seit Jahren auf der Nase herum. An Donald Trump verhebt er sich. In völliger Selbstüberschätzung hat sich der türkische Staatschef auf einen Zweikampf mit dem US-Präsidenten eingelassen – zwei Sturköpfe unter sich. Am Kurs der Lira kann er ablesen, wie seine Siegeschancen stehen.

Trump geht im Streit um einen inhaftierten US-Pastor aufs Ganze, weil sich Erdogans Drohungen leicht als Bluff durchschauen lassen. Nato-Ausstieg? Diese Karte hat Trump im Streit mit den Europäern selbst schon einmal gezogen. Russland? Es ist nicht vergessen, wie Kremlchef Putin den Mann vom Bosporus antanzen ließ, nachdem dieser in Syrien ein russisches Flugzeug abgeschossen hatte. Noch unrealistischer ist das Szenario, die Türkei könnte mit den schiitischen Mullahs im Iran gemeinsame Sache machen. Tatsache ist: Erdogan führt sein Land in die diplomatische Isolation und in den wirtschaftlichen Ruin. Dafür bezahlen werden die Menschen in der Türkei. Bitter.