Die Opposition ruft schon lange danach, der Koalitionspartner SPD ebenfalls. Endlich, endlich kommt es: Bundesinnenminister Horst Seehofer feilt an einem Einwanderungsgesetz. Nach allem, was bislang bekannt wird, wird es eher ein Ausgrenzungsgesetz. Hoffnung machen dürfen sich allenfalls Fachkräfte und Akademiker in fernen Ländern – sofern sie überhaupt bei uns arbeiten wollen. Alle übrigen werden sich auch künftig andere Wege nach Deutschland suchen.

Von der Neuregelung sollte sich daher niemand den großen Wurf bei Asyl- und Flüchtlingsfragen versprechen. Seehofer kann und will das nicht leisten – offenkundig, weil er Magnet-Effekte fürchtet. Dabei wäre etwas mehr Mut dringend erforderlich. Warum schiebt Deutschland Menschen ab, die integriert sind und einer ordentlichen Arbeit nachgehen? So fragen Handwerksmeister, Unternehmer und inzwischen auch CDU-Politiker. Ein Einwanderungsgesetz, wie Seehofer es vorschwebt, bleibt die Antwort darauf schuldig.