Natürlich wollen alle, dass die Schulen in Baden-Württemberg gut ausgestattet sind. Und alle wünschen sich, dass Schüler mit allen verfügbaren digitalen Wohltaten ausgestattet werden und die Übungen nicht aus abgeschabten Ringlochern ablesen. Doch ist das kein Grund, dem Bund die Regie im Bildungswesen zu übertragen. Dieser durchsichtige Vorstoß wurde abgewehrt. Da halfen auch die Schalmeien im Bundestag nicht, die voll und süß klangen und die betörten Länder aufs Glatteis führen sollten.

Aus gutem Grund ist Bildung noch immer Ländersache. Wie in einer Schule im Schwarzwald unterrichtet wird, entscheidet die Ministerin in Stuttgart. Warum soll sich eine Berliner Behörde einmischen? Der Föderalismus hat sich im Bildungsbereich bewährt. Ihn jetzt durch die Hintertür abzuschaffen, schadet nur. Es widerspräche auch der Balance zwischen Nationalstaat und Ländern. Digitaler Nachschlag gerne, aber ohne Änderung der Software der Republik: das Grundgesetz.