Der Brexit kennt keine Sommerpause. Mit gnadenloser Konsequenz rückt das Datum näher, an dem Großbritannien aus der Europäischen Union austreten wird. Das ist dann aber auch schon alles, was klar ist. Knapp eineinhalb Jahre dauern die Verhandlungen nun schon an. Endlich hat Premierministerin Theresa May in einem Weißbuch zusammenfasst, wie sie sich den Brexit vorstellt. Nun stellt sich heraus, dass dieses Opus keine Antworten, dafür aber noch mehr Fragen und Widersprüche enthält.

Je länger der Prozess dauert, je offensichtlicher tritt die Unfähigkeit, Lösungen zu finden, zutage. Beispiel: May schlägt vor, in der britischen Provinz Nordirland die Regeln des Binnenmarktes und der Zollunion in Kraft zu lassen, um die Grenzen nach Irland offenhalten zu können. Gleichzeitig soll die EU aber darauf verzichten, ihre Spielregeln anzuwenden. Es ist ein Eiertanz, um sich an der banalen Erkenntnis vorbeimogeln zu können: Entweder Grenzen sind offen – oder nicht. Entweder man gehört dazu – oder nicht.