Für Premierministerin Theresa May begann diese Woche als Desaster, als mehrere Minister aus Protest gegen ihren Brexit-Kurs zurücktraten. Und nun endet sie auch noch katastrophal. Donald Trump hat bei seinem Besuch die schlimmsten Befürchtungen in Downing Street übertroffen, beleidigte und demütigte in einem Interview sowohl die britische Regierungschefin als auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan auf beispiellose Weise. Der US-Präsident agiert überheblich und bevormundend, wieder einmal.

Dass er sich so offen in die britische Politik einmischt und, schlimmer noch, May gönnerhaft gesagt haben will, wie sie den EU-Austritt handhaben sollte, zeigt abermals sein übersteigertes Ego und den Mangel an Respekt gegenüber Frauen. Die Premierministerin habe nicht auf ihn gehört, meinte der Brexit-Fan noch, und allein diese Aussage verstört. Warum sollte sie? Man mag vom Brexit halten, was man will.

Ihn umzusetzen ist die Aufgabe der britischen Regierung. Die Einmischung des US-Präsidenten ist völlig inakzeptabel. Sind seine Worte lediglich Ausdruck schlechter Manieren oder attackiert er absichtlich gerade jene Regierungschefinnen, die innenpolitisch derzeit angeschlagen dastehen, um Europa zu schwächen? Erst knüpfte er sich Angela Merkel vor, nun traf es May.