Ruhig und konzentriert hat sich James Comey den Fragen des amerikanischen Kongresses gestellt. Er trat nicht als rachsüchtiger Hallodri auf, nicht als polternder Wichtigtuer, sondern als gewissenhafter Staatsdiener, der sich nur einem zur Loyalität verpflichtet fühlt: seinem Land. Keine Frage: Die Aussagen, die der gefeuerte FBI-Chef in dieser Anhörung machte, sind kaum nachzuprüfen. Doch der Ruf von Präsident Trump ist inzwischen so angekratzt, dass nur seine treuesten Anhänger Zweifel an den Vorwürfen haben dürften.

Dass der Präsident einem FBI-Direktor droht, zeigte einmal mehr, wie wenig er vom Prinzip der Gewaltenteilung hält, wie wenig Respekt er vor den Grundsätzen des politischen Systems hat. In der Manier eines Autokraten möchte er in Washington herrschen, Widerspruch gilt als Zumutung. Die Details, die Comey offenbarte, zeichnen ein beängstigendes Bild, das Trumps Amtszeit prägen wird. Denn auch dies wurde gestern klar: Trump ist beschädigt, entmachtet ist er längst nicht.