Natürlich will keiner die gute alte Kreide abschaffen. So wie die Papierbögen des Flipcharts in Zeiten von Powerpoint-Präsentationen weiterhin nützlich sind, so wird es in Zukunft grüne Tafeln geben. Die Schüler sehen das ein. Was sie und ihre Lehrer aber nicht verstehen, ist der Dauerschlaf der Kultusbürokratie, wenn es um die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik geht. Solange Schulen bei Eltern und Firmen um Spenden betteln müssen, solange sie an ihren sowieso schon knappen Etats Summen abzweigen, um multimedial nachrüsten zu können, bleibt das Bildungsland Baden-Württemberg rückständig.

Allerdings muss auch gesagt werden: Es reicht nicht, wenn die Technik nur verfügbar ist. Sie muss auch angewandt werden. Und da besteht bei etwa der Hälfte aller Lehrer kaum Interesse. Nur 15 Prozent der Lehrer sind mit digitalem Lernen eng vertraut. Dabei kann es nicht bleiben. Schüler haben ein Recht auf bestmöglichen Unterricht. Nur so stimmt die Motivation.