Als in Chemnitz der Mob durch die Straßen stapfte und Polizisten attackierte, waren auch zwei AfD-Abgeordnete aus Baden-Württemberg in der Menge. Sie selbst gaben es auf ihren Internetseiten bekannt – mit sichtlichem Stolz. Der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier, ein Mitstreiter von Rechtsaußen Björn Höcke, ging noch weiter: Seine Hassbotschaft im Kurznachrichtendienst Twitter liest sich wie eine Aufforderung zur Selbstjustiz.

Das muss jeden nachdenklich stimmen, der in der Auseinandersetzung mit der AfD bisher allein auf Überzeugungskraft setzte. So ganz ungeschoren, wie es ihre Führung gern hätte, kann sich diese Partei nicht aus der Affäre ziehen. Zwar hat sich dieAfD-Spitze von den Ausschreitungen rechter Gewalttäter offiziell distanziert. Doch in den Hinterzimmern gibt es offenbar genügend dunkle Ecken für Kräfte, die es anders sehen. Warum leuchtet der Verfassungsschutz dieses Zwielicht nichtkonsequenter aus?Die Frage stellt sich nach Chemnitz dringender denn je.