Demokratie lebt von Bürgernähe und politischer Bildung. Bundestagsabgeordnete dürfen deshalb drei Mal im Jahr Besuch aus ihrem Wahlkreis empfangen. Sie zeigen ihnen das Parlament, hören sich ihre Anregungen und Einwände an, speisen mit ihnen zu Abend – alles auf Kosten des Steuerzahlers. Auch der Besuch von Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten gehört zum Standardprogramm. Gut so.

Das rechtfertigt aber in keiner Weise, was sich einige Besucher vom Bodensee geleistet haben – Gäste aus dem Wahlkreis von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Der beklemmend provokante Auftritt in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen wirft ein erhellendes Licht auf den Geist, der sich in dieser Partei immer offener zeigt.

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Offiziell gibt sich die AfD gerne rechtskonservativ, um bürgerliche Wähler nicht zu verprellen. Zugleich häufen sich hinter den Kulissen extremistische Pöbeleien. Möglich ist das, weil ein klarer Trennungsstrich fehlt. Es rächt sich längst – in Chemnitz, in Sachsenhausen, morgen anderswo.