Die Nato hat die Sowjets überlebt, die Sinnkrise nach dem Mauerfall, den Streit um die Ost-Erweiterung. Eine andere Frage ist, ob sie Donald Trump überlebt. So schlecht wie beim Gipfeltreffen in Brüssel stand es um das Verteidigungsbündnis noch nie. Der US-Präsident behandelt Amerikas Bündnispartner wie Feinde – Deutschland vorneweg. Selbst vor der Drohung, die Allianz zu verlassen, schreckt der Wüterich aus Washington im Streit um die Lastenverteilung nicht zurück.

Es wäre ein Fehler, die schroffe Ansage nicht ernstzunehmen. Bisher hat Trump fast alles, was er ankündigte, in die Tat umgesetzt – selbst wenn sich der Rest der Welt ungläubig an den Kopf fasste. Dennoch: Erpressen lassen muss sich niemand. Zwar wird auch Deutschland wird künftig mehr investieren müssen, wenn das Bündnis funktionieren soll. Es gibt aber keinen Grund, sich von Trump treiben zu lassen. Auch die USA brauchen die Nato. Wenn dieser Präsident es nicht begreift, dann vielleicht der nächste.