Länder und Milizen, die bisher gemeinsam gegen den IS gekämpft haben, machen sich jetzt gegenseitig Einfluss, Territorium und Ressourcen in dem Bürgerkriegsland streitig. Der US-Luftangriff auf pro-syrische Truppen in der ölreichen Gegend östlich des Euphrat ist ein Beispiel dafür, die türkisch-amerikanischen Spannungen im Norden des Landes sind ein anderes. Auch nach bald sieben Jahren Krieg in Syrien kann das zerstörte Land vorerst nicht auf Frieden hoffen.

Das ist zuallererst eine Katastrophe für die Syrer selbst. Gleichzeitig ist die Entwicklung hochgefährlich für die ganze Region. Wenn sich schon Nato-Partner wie die USA und die Türkei nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können, wie soll das erst bei regional- und weltpolitischen Rivalen wie USA und Russland oder USA und Iran funktionieren?