Immer im Advent startet das katholische Hilfswerk seine Spendenaktion. Dieses Jahr war Freiburg der Ort, an dem mit südamerikanischer Musik und einem Kardinal aus Peru für Adveniat (Sitz in Essen) geworben wurde. Pedro Ridardo Barreto aus Peru warb im Freiburger Münster eindringlich für Lateinamerika. Er sagte. „Wir müssen das gemeinsame Haus, Gottes Schöpfung, unsere Mutter Erde bewahren. Nicht nur in meiner Heimat Peru, nicht nur im Regenwald, sondern weltweit.“

Auch sie werden von Adveniat unterstützt: Indigene Frauen in Manaus, Brasilien.
Auch sie werden von Adveniat unterstützt: Indigene Frauen in Manaus, Brasilien. | Bild: Fricker, Ulrich

2000 Projekte betreut Adveniat im Jahr. Die deutsche Hilfe fließt vor allem in die pastorale Arbeit vor Ort. Mitarbeiter werden bezahlt oder gefördert. Oder ein neuer Jeep wird benötigt, um die entlegenen Gemeinden besuchen zu können. Auch für solche Anschaffungen steht das Hilfswerk bereit. In neue Kirchenbauten wird nicht mehr von deutscher Seite investiert. Diese Infrastruktur ist bereits vorhanden.

Auf Lateinamerika spezialisiert

Adveniat hat sich auf Mittel- und Südamerika spezialisiert. Dabei verschieben sich die Gewichte immer wieder, abhängend von der politischen Lage auf dem riesigen und teils schwer zugänglichen Kontinent. „Am Amazonas werden wir unsere Arbeit noch ausbauen,“ sagt Pater Michael Heinz, Chef von Adveniat, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Schon bisher war die Organisation in der verzweigten Flusslandschaft unterwegs, die sich auf insgesamt neun Staaten von Brasilien bis Peru verteilt. Dort wolle man verstärkt Flagge zeigen. Für den Amazonas kommen drei Argumente zusammen: Die christlichen Gemeinden liegen teils weit auseinander; die indigenen Völker geraten immer stärker unter Druck, zum Beispiel durch landwirtschaftlichen Raubbau, der ihre alten Siedlungsräume beschneidet. Und: Das gewaltige Amazonasbecken bildet die größte Lunge der Erde. Wie in einem Brennspiegel konzentriert sich hier eine schwieriger werdenden ökologische Situation. Das kaltblütige Roden bedroht den Amazonas. Mit dem Einsatz für die Rechte der Indigenen leistet Adveniat auch einen Beitrag für die Umwelt.

Ein Land in Not

Einen anderen Brennpunkt bildet Venezuela. Durch die unklaren politischen Verhältnisse liegt das Land am Boden. „Die Venezolaner brauchen zunächst einmal Lebensmittel,“ sagt Pater Heinz zur Lage in diesem Land. Adveniat ist auch hier aktiv. Günstig ist dabei immer, dass vor Ort bereits eine kirchliche Struktur existiert, auf die die Unterstützung dann aufpropfen kann. Die Bistümer und Pfarreien bilden einen Rahmen, dazu kommen die aktiven Orden.

Anders wieder die Lage in Haiti. „Das Land ist für uns zur Zeit nicht erreichbar,“ sagt der Adveniat-Chef. Die Lage sei zu unsicher.