• Die Hochburgen der Parteien: Insgesamt 40,9 Prozent der Wähler im Landkreis Sigmaringen haben bei der Europawahl die CDU gewählt – Spitzenwert für die Partei in Baden-Württemberg. Die Grünen konnten ihren höchsten Stimmenanteil mit 38,5 Prozent in Freiburg verbuchen. SPD-Hochburg wurde Mannheim (18,2 Prozent). Die AfD erzielte ihr bestes Ergebnis mit 17,6 Prozent in Pforzheim, die FDP erreichte ihren Spitzenwert im Landkreis Reutlingen mit 9,8 Prozent. Die Linke war mit 6,6 Prozent ebenfalls in Freiburg am stärksten vertreten, wie das Statistische Landesamt mitteilte.
  • Die höchste Wahlbeteiligung: Die lag mit 70,1 Prozent im Stadtkreis Heilbronn, Schlusslicht ist der Kreis Pforzheim mit 53,2 Prozent. Mit einer Wahlbeteiligung von 67 Prozent in Konstanz hat die Initiative „KNackt“ das Ziel verpasst, die deutschlandweit höchste Beteiligung zu erreichen.
  • Der ländliche Raum ist schwarz: Die CDU punktete besonders stark in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern. Die Grünen schnitten in Städten mit über 100.000 Einwohnern überdurchschnittlich gut ab, ähnlich SPD und Linke. Die AfD erzielte die höchsten Zustimmungswerte bei kleineren Gemeinden mit weniger als 50.000 Einwohnern, bei der FDP zeigten sich keine Auffälligkeiten.
  • Die Rolle des Berufs: CDU-Wähler fanden sich überdurchschnittlich in Kreisen mit vielen Beschäftigten im produzierenden Gewerbe und Regionen mit niedrigem Akademikeranteil. Das galt auch für die AfD. Die Grünen konnten in Kreisen mit einem hohen Akademikeranteil und viel Dienstleistungsgewerbe überzeugen.
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  • Die Abgeordneten: Aus Baden-Württemberg ziehen zwölf Kandidaten in das EU-Parlament. Die CDU schickt vier Männer: Rainer Wieland (62) aus Gerlingen (Kreis Ludwigsburg), Daniel Caspary (43) aus Weingarten (Kreis Karlsruhe), Andreas Schwab (46) aus Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Norbert Lins (41) aus Pfullendorf (Kreis Sigmaringen). Die Grünen vertreten Romeo Franz (52) aus Altlußheim (Rhein-Neckar-Kreis), Michael Bloss (32) und Anna Deparnay-Grunenberg (42), beide aus Stuttgart. Drei Abgeordnete kommen von der AfD: Jörg Meuthen (57) aus Achern (Ortenaukreis), Lars Berg (53) aus Heidelberg und Joachim Kuhs (62) aus Baden-Baden. Für die SPD bleibt Evelyne Gebhardt (65) aus Schwäbisch Hall im EU-Parlament, für die FDP kommt Andreas Glück (44) aus Münsingen (Kreis Reutlingen).
  • Übermittlungsproblem: Wahlen ohne Panne gibt es eigentlich nicht. Diese Erfahrung machten auch die Konstanzer. Um 23.20 Uhr stand am Sonntagabend das vorläufige Wahlergebnis der Europawahl fest. Das wurde dann von der Stadt, wie gefordert, per Fax an das Landratsamt gemeldet, damit dieses es an das Statistische Landesamt melden konnte. Doch das Fax war nicht zu entziffern, so dass zu nachtschlafender Zeit erneut eine E-Mail mit den Ergebnissen gesendet werden musste.
  • Verschenkte Stimmen: In Villingen-Schwenningen gab es 498 ungültige Stimmen. Eigentlich erstaunlich bei einem Wahlzettel, auf den nur ein Kreuz kommen darf. Doch laut Wahlleiter Joachim Wöhrle behandelten viele Bürger den Stimmzettel unsachgemäß, bevor sie ihn in die Urne warfen. „Nur der obere Teil wurde mit der vergebenen Stimme kuvertiert, der Rest des Stimmzettels wurde einfach abgerissen,“ stellt er fest. Damit wurden 1,7 Prozent der Stimmen leichtfertig vom Bürger vergeben.
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