1. Die Gesundheit von Spitzenpolitikern ist keine Privatsache. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel zittert – und die Welt zittert mit. Was ist los mit Angela Merkel? Zum dritten Mal binnen kurzer Zeit fing die Kanzlerin bei einem öffentlichen Auftritt stark zu zittern an. Die Bilder gehen um die Welt.
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    Angela Merkel schweigt zur Ursache. Das lässt Spekulationen über ihren Gesundheitszustand und ihre Leistungsfähigkeit ins Kraut schießen. Ärzte geben Ferndiagosen ab, Staatenlenker und Kommentatoren in aller Welt fürchten um Europas Stabilität, Gegner wittern Schwäche und Anfälligkeit. Höchste Zeit, öffentlich zu machen, was es mit dem Zittern auf sich hat. Bei politischen Schwergewichten vom Format der Kanzlerin ist der Gesundheitszustand keine Privatsache. Wer schweigt, löst Verunsicherung aus. In diesen Zeiten keine kluge Entscheidung. (uba)
    Die Hände zur Faust geballt: Angela Merkel kämpft gegen das Zittern an.
    Die Hände zur Faust geballt: Angela Merkel kämpft gegen das Zittern an. | Bild: Michael Kappeler / dpa
  2. Deutschland ist nicht mehr in Ost und West geteilt. Der Mauerfall liegt fast 30 Jahre zurück, doch die Mauer in den Köpfen stehe noch. So hört man es bisweilen. Das stimmt nicht ganz. In Deutschland gibt es weiterhin höchst unterschiedliche Lebensverhältnisse – allerdings nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen Stadt und Land. Auch im Westen gibt es Gegenden, in denen weder Bus noch Bahn fahren, die Ärzte rar sind und Häuser an der Straße vor sich hinbröseln. Mit einem gesamtdeutschen Förderkonzept sollen die abgehängten Regionen nun aufgepäppelt werden. Gut, dass man in Berlin endlich die Notwendigkeit sieht. Weniger gut ist, dass es keine gemeinsame Strategie von Bund, Ländern und Kommunen gibt. Und ganz schlecht ist, dass niemand weiß, wo das Geld herkommen soll. (dil)
    sieht romantischer aus, als es ist: ein Traktor bei Engstingen auf der rauen Alb.
    Sieht romantischer aus, als es ist: ein Traktor bei Engstingen auf der rauen Alb. | Bild: Thomas Warnack
  3. Menschen retten bleibt eine private Aufgabe. Die Aufregung um die deutsche Kapitänin Carola Rackete hat es nur für alle sichtbar gemacht: Bereits seit März hat sich die Europäische Union vollständig aus der Seenotrettung zurückgezogen. Übrig geblieben sind ein paar nichtstaatliche Organisationen, die nun das Meer zwischen Italien und Nordafrika nach Schiffbrüchigen absuchen. Und denen vornehmlich Italien das Leben schwer macht. Dass sich daran schnell etwas ändert, darf bezweifelt werden. Zwar gab es in dieser Woche viel verbale Unterstützung für Rackete. Wenn es aber darum geht, dem Elend konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen, bleiben alle Europäer seltsam untätig. Statt endlich Verantwortung zu übernehmen, schiebt man sich lieber gegenseitig die Schuld zu. (rom)
    Sea-Eye rettete kürzlich 65 Menschen von einem Schlauchtboot.
    Sea-Eye rettete kürzlich 65 Menschen von einem Schlauchtboot. | Bild: Fabian Heinz
  4. Ein Fall wie der von Maria H. kann sich jederzeit wiederholen. Das Urteil im Fall der fünf Jahre lang vermissten Freiburger Schülerin Maria H. ist gefallen. Ihr Peiniger muss wegen Kindesentführung und vielfachem Missbrauchs sechs Jahre in Haft. Der Prozess hat vor allem auch eines klargemacht: Solche Fälle können sich jederzeit wiederholen.
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    Seit Marias Verschwinden im Jahr 2013 ist das Netz kein sicherer Ort geworden, schon gar nicht für Kinder. Maria war erst elf, als der fast 40 Jahre ältere Mann, der sich als Teenager ausgab, in einem Spieleforum erstmals Kontakt zu ihr suchte. Es gibt kaum ein Mittel, diese „Cyber-Grooming“ genannte Anmache zu verhindern. Eltern bleibt nur, wachsam zu sein, zu verstehen, was ihre Kinder im Internet machen und immer wieder über die Gefahren aufzuklären. (uba)
    Namensschild an der Zimmertür der lang vermissten Maria in Freiburg.
    Namensschild an der Zimmertür der lang vermissten Maria in Freiburg. | Bild: Patrick Seeger
  5. Für die Messe Friedrichshafen wird es langsam eng. Mehrere Zugpferde der Messe scheinen an PS zu verlieren. So wanderte die Outdoor-Messe mit ihrem Millionen-Umsatz bereits nach München. Die Nachfolgeveranstaltung „Outdoor Friedrichshafen„ sollte eigentlich einen Teil des Verlustes kompensieren. Doch offenbar steht auch die kleinere Outdoor-Variante auf der Kippe. Auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht, verdichten sich die Hinweise auf eine Absage.
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    Die Zukunft der Kunststoff-Messe Fakuma ist noch unklar. Denn der Ausrichter fordert mehr Ausstellungsfläche und mehr Parkplätze. Die Fahrradmesse Eurobike leidet vor allem unter der starken Konkurrenz. Die Bilanzpressekonferenz in der kommenden Woche wird Aufschluss über das tatsächliche Ausmaß der Messe-Krise geben. (td)
    Die Outdoor ist inzwischen von Friedrichshafen nach München gewandert.
    Die Outdoor ist inzwischen von Friedrichshafen nach München gewandert. | Bild: Felix Kästle
  6. Wenn es die Songs der Beatles nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Ja, ein Leben ohne „She Loves You“, „Hey Jude“ oder „Yesterday“ (und das ist wirklich nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus einer eigentlich sehr, sehr viel längeren Liste) ist möglich – aber sinnlos. Allein der Gedanke, es hätte die vier Pilzköpfe aus Liverpool nie gegeben, geschweige denn ihre Songs, ist so komplett undenkbar, dass der britische Regisseur Danny Boyle in seinem neuen Kinofilm alles daran setzt, das zu ändern. Ein erfolgloser Musiker ist im Streifen „Yesterday“ der Einzige, der sich nach einem globalen Stromausfall noch an die Beatles-Klassiker erinnern kann. Er sorgt dafür, dass die Songs wieder ihren Platz im Gedächtnis der Menschheit finden. Denn die Welt braucht gute Musik – wer sie singt, ist am Ende völlig egal. (nri)
    Es leben die Beatles – und möge ihre Musik bitte unvergessen bleiben.
    Es leben die Beatles – und möge ihre Musik bitte unvergessen bleiben. | Bild: DPA