In Trumps Kabinett war er der Mann mit dem klarsten Durchblick. Das zeigte sich schon daran, dass er seinen Chef einmal als Schwachkopf bezeichnete. 14 Monate war Rex Tillerson Außenminister unter Donald Trump. 14 Monate lang leistete er sich eine eigene Meinung und versuchte, den Schaden zu begrenzen, den der Präsident in aller Welt anrichtete. Jetzt setzt Trump ihn vor die Tür. Erstaunlich bleibt, dass er erst jetzt gehen muss.

Dennoch ist dieser Personalwechsel in Washington der bisher alarmierendste. Tillerson war ein Atlantiker alter Schule und vertrat in zentralen außenpolitischen Fragen eine moderate Position – von der Klimapolitik bis zum Abkommen mit dem Iran. Vor allem aber war er im Umgang mit Nordkorea immun gegen Trumps Hysterie: Vom Säbelrasseln im Weißen Haus ließ er sich nicht anstecken. Nun wird er durch einen nationalistischen Ja-Sager ersetzt. Für den Präsidenten wird damit einiges einfacher. Für den Rest der Welt wird es schwieriger.