Zum Glück gibt es einen wirksamen Impfstoff gegen die Masern, die alles andere sind als eine harmlose Kinderkrankheit. Angesichts der Risiken ist es erschreckend, dass sich in Deutschland so viele Menschen nicht impfen lassen und sogar ihren Kindern diesen Schutz verwehren – ob aus Unkenntnis oder aus Angst vor Impfschäden, die statistisch äußerst selten vorkommen.

Deshalb ist es gut, dass die Politik überlegt, wie die Impfquote verbessert werden kann. Rein rechtlich spricht wenig gegen eine Impfpflicht gegen die Masern: In Deutschland ist ein Impfzwang möglich, wenn eine Epidemie droht und es sich um sehr gefährliche Erreger handelt. Trotzdem sollten Zwangsmaßnahmen in der Politik stets das allerletzte Mittel sein. Zunächst muss die Bundesregierung ihre Anstrengungen bei Information und Aufklärung noch einmal deutlich verbessern, Hemmschwellen abbauen und einen leichteren Zugang zu Impfungen ermöglichen. Dann wird auch die Impfquote steigen.