Nein, der Atomvertrag mit dem Iran war nicht das, was man gemeinhin einen perfekten Vertrag nennt. Weder im Weißen Haus, noch im Berliner Kanzleramt oder in Elysée. Doch er war ein Ausdruck langer politischer Erfahrung, die weiß hat, dass es vieler kleiner Schritte bedarf, um ans Ziel zu gelangen.

Er war ein Ausdruck von Realpolitik, die weniger auf Show setzt, als viel mehr ein langfristiges Vorhaben verfolgt, für das man mitunter mit Schurken spricht, denen man im Privatleben lieber nicht begegnen möchte. Der Westen wollte mit dem Iran-Deal einen Gesprächsfaden nach Teheran, er wollte die Reformer stützen, er wollte eine selbstbewusste Mittelschicht aufbauen.

Trumps Strategie geht anders: Draufhauen und abwarten, was passiert. Dass dabei die halbe Welt ins Wanken gerät, ist ihm egal. Für Europa ist das fatal. Es muss sich nun entscheiden, ob es zu den Grundsätzen seiner Nahost-Politik steht, oder zu seinem wichtigsten Bündnispartner USA hält. Egal, wohin der Keil getrieben wird: Es schmerzt.