Der Bundesgerichtshof hat mit dem Freispruch der beiden Ärzte das Selbstbestimmungsrecht der Patienten gestärkt. Und das ist gut so. Wer aus dem Leben scheiden möchte, und das nach einem besonders langen Leidensweg, dem sollte dies nicht durch das Eingreifen eines Arztes verwehrt werden.

Niemand mag sich vorstellen, welche Qualen die 44-jährige Frau seit ihrer Pubertät durch das sehr schmerzhafte Reizdarmsyndrom erleiden musste. Und niemand sollte sich anmaßen, über die Entscheidung der beiden älteren Frauen zu urteilen, die sterben wollten. Schon 2010 hat der BGH den Patientenwillen zum Behandlungsabbruch für verbindlich erklärt.

Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten schließt auch die Selbstbestimmung zum Tod ein. Ärzte, die diesen schweren Prozess begleiten, machen sich ihre Sache nicht leicht. Sie haben nun ein Stück mehr Rechtssicherheit. Mit geschäftsmäßiger Sterbehilfe hat das nichts zu tun.