Die deutsche Sprache kann, darf und sollte modernisiert werden – zuletzt war das mit der Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung der Fall. Sprache muss wachsen, mitgehen mit der Zeit. Aber diese Entwicklung hat auch Grenzen. Dann nämlich, wenn die politische Überkorrektheit die Sprache zu entstellen droht. Als Journalistin empfinde ich das Wort Redepult als lächerlich – es heißt Rednerpult. Als Frau fühle ich mich dadurch in keiner Weise diskriminiert. Denn Redner umfasst alle, die dort sprechen. Genauso wie Bürger, Mitarbeiter oder Leser. Die Debatte um die Pflicht der korrekten Ansprache, geschlechtergerecht und auch die Diversen adressierend, nimmt immer mehr Raum ein.

Dabei liegt das Problem doch anderswo: Nämlich in der grundsätzlichen Akzeptanz von Frauen, aber auch Menschen, die sich keinem Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen. Eine überkorrekte Sprache richtet dagegen kaum etwas aus. Das Umdenken muss in den Köpfen der Menschen beginnen. Und es muss bis in die Chefetagen gehen, wo festgelegt wird, dass Frauen zum Teil nach wie vor weniger verdienen für die gleiche Arbeit als Männer. Dass es immer noch gang und gäbe ist, chauvinistische Frauenwitze im Büro zu erzählen. Oder, dass sich Frauen gegen sexuelle Anzüglichkeiten oder gar Übergriffe wehren müssen.

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Der Weg in die Chefetage ist übrigens auch so etwas: Ich als Frau will mir den Weg dorthin selbst erarbeiten, nicht über eine Quote aufsteigen. Das ist Emanzipation.