Mit dem Slogan „Schulränzen verändern die Welt. Nicht Aktenkoffer“ machte Parteichef Christian Lindner für die FDP im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 Werbung. Neben dem Wahlspruch war der Politiker selbst zu sehen: Ein eindringlicher Blick, die Andeutung eines verständnisvollen Lächelns. Nach weniger als zwei Jahren ist davon nicht mehr viel übrig. Klimaschutz? Nur etwas für Profis. Diese Aussage vermittelt nicht nur den Schülern, sondern auch allen anderen Klimaschützern den Eindruck: Ist ja ganz nett, was ihr da macht, aber ihr habt weder Ahnung davon, noch geht es euch etwas an. Lasst das lieber die Erwachsenen regeln. Dabei sollte jeder Politiker froh darüber sein, dass die Jugend die Politik für sich entdeckt hat und sich für wichtige Themen engagiert. Stattdessen wischt Lindner eine weltweite Jugendbewegung einfach so beiseite.

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Dabei ist die Bilanz der "Profis" beim Thema Klimaschutz eher traurig: Den Ausstoß von CO2-Emissionen bis 2020 kann Deutschland voraussichtlich nicht wie geplant reduzieren, Elektromobilität kommt nur schleppend in Fahrt und in der EU werden die Klimaschutzbestrebungen von der Bundesregierung sogar ausgebremst. Gleichzeitig bauen deutsche Unternehmen Schummel-Software in ihre Autos ein, kommen trotz Aufdeckung des Betrugs ohne große Konsequenzen davon und fahren 2018 sogar noch einen Verkaufsrekord ein. So gesehen können wir nur hoffen, dass die Version 2017 von Christian Lindner recht hatte: Schulränzen verändern die Welt. Nicht Aktenkoffer.