Zu solchen Fraktionsgemeinschaften können sich laut Geschäftsordnung des Bundestags solche Parteien zusammenschließen, „die auf Grund gleichgerichteter politischer Ziele in keinem Land miteinander im Wettbewerb stehen“. Bei Wahlen tritt die CDU nicht in Bayern an, die CSU nur dort.

Die langjährige CDU/CSU-Fraktionsgemeinschaft ist einer der Gründe, weswegen CDU und CSU in normalen Zeiten bei Bundestagswahlen fast wie eine Partei wahrgenommen werden. Normal sind die Zeiten in Berlin derzeit nicht: Aus der CSU kommen wegen des Streits um die Asylpolitik Drohungen mit einer Aufkündigung der Gemeinschaft. Im Jahr 1976 hatte der damalige CSU-Chef Franz-Josef Strauß im Streit mit der CDU schon einmal die Fraktionsgemeinschaft aufgekündigt. Umgesetzt wurde der „Kreuther Trennungsbeschluss“ aber nie.