Der Schuss ging nach hinten los. Selbstbewusst wollten die CDU-Landtagsabgeordneten dem grünen Regierungspartner klarmachen, dass das Papier, auf dem der grün-schwarze Koalitionsvertrag geschrieben ist, geduldig ist – und in Sachen Wahlrechtsreform das letzte Wort behalten. Doch diesmal hat sich Fraktionschef Wolfgang Reinhart, der sich gerne einen gewieften Taktiker nennen lässt, kräftig verzockt.

Trotz Warnungen ließ er zu, dass die CDU-Fraktion sich offen gegen den Koalitionsvertrag positionierte – eine völlig unnötige Eskalation. Nun muss er die Konsequenzen tragen: Die eigene Partei weist die Abgeordneten in die Schranken und nimmt den Fraktionschef in die Pflicht. Jetzt muss Reinhart der Fraktion vermitteln, dass es doch noch höhere Kräfte als das freie Mandat gibt.Und ganz nebenbei hat die Partei klargemacht, was sie von Spekulationen um einen internen Führungsstreit hält: gar nichts. An Thomas Strobl führt derzeit in der CDU Baden-Württemberg kein Weg vorbei.