Jahrelang nahm Italien Flüchtlinge auf, ohne dass es die Staaten nördlich der Alpen sonderlich interessierte. Das Land liegt eben am Mittelmeer, das zwischen Afrika und Europa liegt. So ist es verständlich, dass eine Regierung in Rom eines Tages die illegale Einwanderung erschweren würde. Dadurch wurden auch die EU-Nachbarn zum Handeln gezwungen. Die Mitteleuropäer erwachten im Sommer 2015 aus ihrem süßen Traum.

Doch schwingt das römische Pendel seit einem Jahr in die andere Richtung aus: Unter dem Diktat der Lega Nord entschied sich das Land für eine Politik, die Immigranten von vorneherein kriminalisiert. Das Abriegeln der Häfen ist ein wichtiges Element der neuen Volkstribune. Matteo Salvini nimmt kaltblütig in Kauf, dass Menschen ertrinken. Rettungsschiffe belegt er mit hohen Geldbußen, womit diese ihre Arbeit einstellen müssen, da sie von Spenden leben. Ein Trauerspiel auf hoher See, ein Armutszeugnis für Italien. Dieses Land wird deutlich unter Niveau regiert.