Dass der Bund und Toll Collect auf Kosten der Bürger mauscheln, ist ein schwerwiegender Verdacht, der das Vertrauen in so genannte öffentlich-private Partnerschaften weiter zu beschädigen droht. Wie kann die Öffentlichkeit Gewissheit bekommen, dass bei dem Mauteintreiber alles mit rechten Dingen zugeht? Offenbar gar nicht, denn alle Details bleiben geheim. Ähnlich wie im Dieselskandal entsteht wieder einmal der Eindruck, dass die Politik eher die Interessen von Großkonzernen im Blick hat als die der Steuerzahler und Verbraucher.

Doch auch in diesem Fall gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft hat Betrugsermittlungen eingestellt. Das mag auch damit zu tun haben, dass sich das vermeintliche Betrugsopfer, der Staat nämlich, gar nicht so recht betrogen fühlt. Genau hier liegt die Gefahr. Solange die Verträge nicht transparent sind, klebt am Modell der öffentlich-privaten Kooperationen der Verdacht, dass es nicht immer der Entlastung des Steuerzahlers dient.