Elf Monate nach der Regierungsbildung muss Finanzminister Olaf Scholz in die Rolle des Mathe-Lehrers schlüpfen und seine Ressortkollegen an die banale Grundregel erinnern, dass man nicht mehr ausgeben kann als man einnimmt. Die Wirtschaft schwächelt, Löhne und Gehälter steigen nicht mehr so üppig, der Zuwachs der Steuereinnahmen fällt nicht mehr so stark aus. Gleichzeitig haben die Koalitionäre in den letzten Jahren tief in die Tasche gegriffen und großzügig die Ausgaben erhöht: Das Geld schien endlos zur Verfügung zu stehen.

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Tut es aber nicht. Und so macht der Finanzminister das, was von ihm in dieser Situation auch erwartet werden darf: Er tritt auf die Bremse und verdonnert seine Kabinettskollegen zum Sparen. Von einem Finanzminister darf man allerdings mehr erwarten als nur einen Appell zur Ausgabendisziplin. Vielmehr muss Scholz endlich die unverändert üppigen Subventionen und die Schattenhaushalte in Angriff nehmen. Davon ist bislang wenig zu hören.