• Gegenseitige Terror-Vorwürfe: Hauptkontrahenten sind die Führung in Teheran und die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Am 8. April erklärt Trump die iranischen Revolutionsgarden offiziell zur „Terrororganisation“. Tags darauf bezeichnet der Iran die USA als den „wahren Anführer des globalen Terrorismus“.
  • Wirtschaftlicher Druck: Am 2. Mai beenden die USA die Ausnahmeregelungen, die es acht Ländern nach der Verhängung von US-Sanktionen zunächst noch erlaubten, iranisches Öl zu importieren. Am 9. Mai verhängt Trump neue Sanktionen gegen Teheran. Die iranische Führung macht wiederholt deutlich, dass sie von den Europäern erwartet, an dem Atomabkommen von 2015 festzuhalten.
  • USA verstärken ihre Präsenz in der Golf-Region: Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton verkündet am 5. Mai die Entsendung des Flugzeugträgers „Abraham Lincoln“ in die Golfregion, um auf einen angeblich geplanten Angriff des Iran auf US-Truppen in der Region reagieren zu können. Das Pentagon schickt am 7. Mai zudem B-52-Langstreckenbomber in die Golfregion.
  • Das Atom-Abkommen bröckelt: Ein Jahr nach Trumps Entscheidung, aus dem Atomabkommen mit Teheran auszusteigen, kündigt Irans Präsident Hassan Ruhani am 8. Mai an, Teheran werde die Höchstgrenze bei der Produktion von angereichertem Uran nicht länger einhalten. Zudem warnt er, der Iran werde binnen 60 Tagen weitere Schritte ergreifen, wenn die verbliebenen Vertragspartner des Atomabkommens – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China – kein Entgegenkommen zeigen.
  • Schwieriger Stand für die Diplomatie: Zwar haben US-Außenminister Mike Pompeo und Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei beteuert, sie wollten am Golf keinen Krieg. Dennoch hat die Diplomatie einen schwierigen Stand. Trump twittert am 19. Mai: „Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein. Bedroht nie wieder die USA!“ Chamenei sagt am 13. Juni, er betrachte Trump „nicht als Person, die es verdient, mit ihr Botschaften auszutauschen“.
  • Europas ausgleichende Rolle: Am 23. Mai schickt die Bundesregierung den Politischen Direktor im Auswärtigen Amt, Jens Plötner, nach Teheran, um über Wege zur „Bewahrung“ des Atomabkommens zu sprechen. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) betont am 10. Juni, das Atomabkommen sei für Europa „außerordentlich wichtig“.
  • Mutmaßliche Angriffe auf zwei Tanker: Am 24. Mai kündigen die USA die Entsendung von 1500 zusätzlichen Soldaten in die Golfregion an. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sieht darin eine „Gefahr“ für den internationalen Frieden. Am 13. Juni werden mutmaßliche Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman gemeldet.
  • Militärische Konfrontation in letzter Minute vereitelt: Am 20. Juni erklären die Revolutionsgarden, eine US-Drohne abgeschossen zu haben – diese hat angeblich den iranischen Luftraum verletzt. Dem Pentagon zufolge befand sich die Drohne im internationalen Luftraum. Trump erklärt kurze Zeit später, einen bereits vorbereiteten Vergeltungsangriff in letzter Minute abgesagt zu haben. Am 24. Juni kündigen die USA „harte Sanktionen“ gegen Chamenei und hochrangige iranische Armeevertreter an.
  • Mehrere Tanker beschlagnahmt: Vor der Küste Gibraltars setzt Großbritannien am 4. Juli einen iranischen Öltanker fest, der im Verdacht steht, Öl nach Syrien zu liefern und damit gegen Sanktionen der USA und der EU zu verstoßen. Dem britischen Verteidigungsministerium zufolge versuchen am 11. Juli drei iranische Schnellboote in der Straße von Hormus, einen britischen Öltanker an der Weiterfahrt zu hindern. Eine britische Fregatte greift ein. Die Revolutionsgarden bestreiten den Vorfall. Gleichzeitig warnen die Garden, Washington und London würden die Festsetzung des iranischen Tankers vor Gibraltar „schwer bereuen“. Am 18. Juli geben die Garden die Festsetzung eines „ausländischen Tankers“ bekannt, der angeblich Öl geschmuggelt haben soll.
  • Neuer Drohnenvorfall: Am 18. Juli erklärt Trump den Abschuss einer iranischen Drohne durch das US-Militär über der Straße von Hormus, die ein US-Schiff bedroht haben soll. Teheran bestreitet den Vorfall.
  • US-Soldaten in Saudi-Arabien: Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren erklärt sich Saudi-Arabien bereit, die Stationierung von US-Truppen auf seinem Gebiet zuzulassen. Das mit Teheran verfeindete Königshaus in Riad teilt am 19. Juli mit, dass der Schritt der „Verteidigung der Sicherheit und der Stabilität in der Region“ diene.
  • Iran setzt britischen Tanker fest: Am 19. Juli beschlagnahmen die iranischen Revolutionsgarden den britischen Tanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus. Das Schiff soll laut Teheran gegen „internationale Schifffahrtsregeln“ verstoßen haben. Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt warnt Teheran vor „ernsthaften Konsequenzen“, auch die Bundesregierung warnt eindringlich vor einer „Eskalation“. (AFP)