Seit Jahren verpestet das Schrottkraftwerk Fessenheim, an der Rheingrenze wenige Kilometer vor den Toren Freiburgs gelegen, das Klima zwischen Frankreich und Deutschland. Immer wieder kamen vollmundige Ankündigungen aus Paris – aber nichts geschah. Der Sozialist François Hollande versprach bei seinem Amtsantritt hoch und heilig die Abschaltung des störanfälligen und veralteten Atommeilers. Der Mann ist schon lange weg, die Dampfschwaden sind immer noch da.

Frankreichs neuer Präsident gibt in Sachen Fessenheim berechtigen Anlass zu mehr Hoffnung. Zwar wird auch Macron keine Atomkraft-nein-danke-Aufkleber an seinen Dienstwagen kleben. Doch im Gegensatz zu Vorgänger Hollande scheint er entschlossen, die Altlast am Oberrhein abräumen. In Fessenheim reißen die Störfälle nicht ab, das Kraftwerk liegt in einem Erdbebengebiet, in seinem Umkreis lebt fast eine Million Menschen. Endlich versteht das auch Paris. Je schneller der Ausstieg kommt, desto besser.