Die Christopher-Street-Paraden, die im Sommer landauf, landab stattfinden, müssen sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, sie seien ja bloß noch für die Party da: Politisches Engagement für die Rechte von Homosexuellen in der Gesellschaft sei doch überholt in einer Zeit, in der die gesetzliche Gleichstellung weit gediehen ist.

So ganz stimmt das aber nicht. Immerhin braucht es nun einen schwulen Gesundheitsminister, um den Umtrieben religiöser Fundamentalisten und anderer Schwulenfeinde Einhalt zu gebieten, die junge Menschen von ihrer sexuellen Orientierung heilen wollen, als wäre sie eine Krankheit. 25 Jahre nachdem der Paragraf 175 endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wurde, haben Homosexuelle zwar viele Hürden genommen, aber längst noch nicht alle. Die Geschichte der Schwulen und Lesben in Deutschland zeigt, wie wichtig gesetzliche Regelungen auch für die Akzeptanz sind: Heute ist die Homoehe praktisch selbstverständlich, 1994 waren wir noch Lichtjahre davon entfernt.

Das könnte Sie auch interessieren