Knapp 15 Monate nach dem Abschalten des Blocks B des Kernkraftwerks Gundremmingen haben die Behörden den Abbau des Atommeilers trotz der Kritik von Umweltschützern genehmigt. „Der Rückbau erfolgt unter den gleichen strengen Sicherheitsvorgaben wie der Betrieb der Anlage“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Donnerstag. Das Bundesumweltministerium habe dem Bescheid der bayerischen Atomaufsicht zugestimmt.

Atomgegner sehen Sicherheitsrisiko

Der Betreiber des Atomkraftwerks im Landkreis Günzburg will mit der Demontage des Blocks B noch während des Betriebs von Block C beginnen. Das Unternehmen begründet den schnellen Abbau damit, dass Mitarbeiter dann nahtlos weiterbeschäftigt werden können. Atomgegner hatten hingegen diesen Plan scharf kritisiert und sehen darin ein Sicherheitsrisiko.

Bild: Julian Stratenschulte /dpa)

Der Bund Naturschutz fordert, dass die radioaktiv belasteten Anlagen erst demontiert werden dürfen, wenn es ein Endlager für die strahlenbelasteten Reaktorbauteile gibt. Ein sogenannter sicherer Einschluss müsse geprüft werden. Bei einem sicheren Einschluss wird eine Atomanlage eine längere Zeit, meist mehrere Jahrzehnte, weitgehend unverändert belassen, ehe sie abgerissen wird. Dies dient auch der Reduzierung der Strahlenbelastung der kontaminierten Kraftwerksbauteile.

Bis Ende 2021 in Betrieb

Block B des schwäbischen Kernkraftwerks war Ende 2017 planmäßig nach 33 Jahren vom Netz gegangen. Gundremmingen war der letzte Atom-Doppelstandort mit zwei aktiven Reaktoren in Deutschland. Block C darf nach dem Atomausstiegsplan noch bis Ende 2021 weiterbetrieben werden.

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Das Kernkraftwerk Gundremmingen gehört zu 75 Prozent zum RWE-Konzern, der Rest gehört der Eon-Atomtochter Preussen-Elektra. Der Abriss beider Kraftwerksblöcke soll bis etwa 2040 dauern und rund 1,5 Milliarden Euro kosten.

In den vergangenen beiden Jahren hatte die Staatsregierung bereits den Abbau der Kernkraftwerke Isar 1 bei Landshut in Niederbayern und des Atommeilers im unterfränkischen Grafenrheinfeld genehmigt. (dpa)