Im vergangenen Jahr 2,1 Prozent, ab Juli erneut 2,4 Prozent mehr; dazu steigende Kostenpauschalen und Vorsorgebeiträge – die Landtagsabgeordneten erhalten von Juli an höhere Bezüge. Worum andere Beschäftigte hart ringen müssen, das können sich Parlamentarier in schöner Regelmäßigkeit ganz ohne Streik selbst genehmigen.

Das ist vielen ein Stein des Anstoßes und sorgt für Neid – obwohl das Verfassungsgericht die Parlamente dazu verpflichtet. Dass die Diätenerhöhung diesmal aber ein besonderes G’schmäckle hat, liegt daran, dass die künftige Altersversorgung der Parlamentarier nach dem Eklat vom vergangenen Jahr noch immer ungeklärt ist. Seit Februar schon liegt der Vorschlag des Bürgerforums dazu vor, das ein Versorgungswerk favorisiert. Statt das Thema zügig abzuräumen, pochen die Fraktionen auf Bedenkzeit. Mit einem Beschluss wird nicht vor Jahresende gerechnet. Mit Diätenerhöhungen geht es sehr viel schneller. Genau so bestärkt man Politikverdrossenheit.