Jetzt liegt schriftlich auf dem Tisch der Bahn-Aufsichtsräte, was das Staatsunternehmen offiziell stets bestritten hat: Statt Kosten von 6,5 Milliarden Euro stehen nun 7,6 Milliarden Euro in der Kostenrechnung – und der Puffer von zusätzlichen 300 Millionen Euro zeigt, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Die Aufsichtsräte werden wohl auch diese Kostensteigerung abnicken. Das haben sie bislang noch jedes Mal getan.

Zuletzt im März 2013, als sie bereits der vom Bahnvorstand beantragten Erhöhung des Finanzierungsrahmens von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro zustimmten. Spätestens jetzt muss endlich auch einmal die Frage nach der Aufsichtspflicht und der Folgenhaftung der Aufsichtsräte gestellt werden. Wer fehlerhafte Kostenplanungen in Milliardenhöhe immer weiter nachträglich abnickt, steht mit in der Verantwortung. Höchste Zeit, dass auch einmal die Rolle dieses Alibi-Gremiums hinterfragt wird.