Am Anfang stand ein großer Irrtum. „Kinder kriegen die Leute immer“, sagte Bundeskanzler Konrad Adenauer – und lehnte mit diesem Argument bei der großen Rentenreform des Jahres 1957 das Prinzip des Drei-Generationenvertrags in der gesetzlichen Rentenversicherung ab. Doch mittlerweile bringt jede Frau in Deutschland statistisch nur noch 1,3 Kinder zur Welt – und wenn nun die Angehörigen der geburtenstärksten Jahrgänge in den Ruhestand gehen, steht in absehbarer Zeit jedem Rentner ein Beitragszahler gegenüber.

Insofern ist der Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, Kinderlose sollten, wie es bereits bei der gesetzlichen Pflegeversicherung der Fall ist, einen höheren Beitrag in die Rentenversicherung einbezahlen, nicht einmal so abwegig und realitätsfern, wie er auf den ersten Blick scheint. Denn das Umlageverfahren des Generationenvertrags funktioniert nur, wenn jede Generation gleichermaßen ihren Beitrag dazu leistet und keine einseitig belastet.