Wieder einmal blickt die Grenzregion mit berechtigter Skepsis über den Rhein. Ein halbes Jahr war das Atomkraftwerk Leibstadt, unübersehbar vor den Toren von Waldshut-Tiengen gelegen, abgeschaltet, weil Rost an der Ummantelung der Brennelemente nagte. Jetzt soll es wieder ans Netz – obwohl es neue technische Probleme gibt. Vertrauen kann so nicht entstehen.

Die Eile ist inakzeptabel, solange nicht restlos geklärt ist, warum die Schweiz den Atommeiler im vergangenen Sommer stillgelegt hat. Nicht nur die deutschen Nachbarn warten auf Antworten, sondern auch Bürger und Kommunalpolitiker im eigenen Land. Stellen die Betreiber etwa wirtschaftliche Erwägungen über die Sicherheit? Jeder Tag, an dem der Betrieb pausiert, kostet eine Million Franken. Nur mit einer Strategie völliger Offenheit kann die Schweizer Atomaufsicht Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Alles andere schürt nur Misstrauen. Für die Ministerien in Stuttgart und Berlin heißt das: Dranbleiben und nicht lockerlassen!

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