Was sonst noch wichtig ist
Meinung Im Jahr 100 nach Einführung des Frauenwahlrechts bleibt einiges zu tun
Hundert Jahre wird das Wahlrecht für Frauen dieser Tage alt. Am 12. November 1918 – wenige Tage nach Ausrufung der Republik – wurde den Frauen in Deutschland per Gesetz aktives und passives Wahlrecht zugebilligt. Ein paar Generationen später können wir uns gar nichts anderes mehr vorstellen. Auf der mächtigsten Position deutscher Politik sitzt – jedenfalls noch – eine Frau. Frauen können heute Vorstandschefinnen sein, Hauptverdienerinnen, Wissenschaftlerinnen, Moderatorinnen, Mechanikerinnen, ja, sogar Bundesligaschiedsrichterinnen – mit anderen Worten: Frauen können alles und dürfen alles. Muss man sich heute also wirklich noch mit leidiger Gleichberechtigung beschäftigen? Ist jetzt nicht endlich mal gut damit?
Nicht nur die Reste der Berliner Mauer sind im Mauerpark bunt, auch auf Sitzgelegenheiten und Mülleimern haben sich die Sprayer "verewigt". Der Park liegt zwischen den Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg.
Ostdeutschland im Mittelpunkt 29 Jahre nach dem Mauerfall: Ist es Sozialneid? Misstrauen? Oder falscher Stolz? Politikwissenschaftler Klaus Schroeder im Interview über die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland
Angefangen hat alles mit Massenfluchten und Montagsdemonstrationen mit Hunderttausenden Teilnehmern. Sie setzten das DDR-Regime unter Druck. Am 9. November 1989 kündigt Politbüro-Sprecher Günther Schabowski Reisefreiheit für alle DDR-Bürger an. Noch am selben Abend öffnen sich die Grenzübergänge: Deutsche aus Ost und West liegen sich in den Armen. 327 Tage später, am 3. Oktober 1990, war Deutschland wiedervereinigt. Aber sind wir wirklich ein Volk? Ein Gespräch mit Politikwissenschaftler Klaus Schroeder über Befindlichkeiten, Sozialneid und das Misstrauen der Ostdeutschen.