Mehr als 20.000 Menschen hatten an der Straße des 17. Juni unter Missachtung der Abstandsregeln und ohne Mund-Nasen-Schutz gegen die Corona-Politik der Regierung protestiert. Wegen der Missachtung der Auflagen löste die Polizei am späten Nachmittag die Kundgebung auf.

Corona-Demonstrierende in Berlin.
Corona-Demonstrierende in Berlin. | Bild: John Macdougall/afp

Die Auflösung zog sich bis in die Nacht hinein. Am Brandenburger Tor hatten am späten Abend noch hunderte Menschen aus. Auf Twitter teilte die Polizei mit, es würden Anzeigen erstellt und teilweise Menschen weggetragen. Zu der Demonstration waren Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet angereist, aufgerufen hatte unter anderem die Stuttgarter Initiative Querdenken 711. Neben Corona-Leugnern und Impfgegnern waren auch viele Teilnehmer mit eindeutig rechtsgerichteten Fahnen oder T-Shirts in der Menge.

Corona-Demonstrierende in Berlin.
Corona-Demonstrierende in Berlin. | Bild: John Macdougall/afp

Viel Kritik aus der Politik

Aus der Politik kam scharfe Kritik am Verhalten der Demonstranten in einer Zeit steigender Corona-Neuinfektionen. Demonstrationen müssten zwar auch in Corona-Zeiten möglich sein, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. „Aber nicht so. Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken dienen unser aller Schutz.“ SPD-Chefin Saskia Esken twitterte: „Tausende Covidioten feiern sich in Berlin als “die zweite Welle‘, ohne Abstand, ohne Maske.„

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte in der RBB-„Abendschau“, es ärgere ihn maßlos, dass Menschen aus anderen Teilen Deutschlands nach Berlin kämen, um hier ein Demonstrationsrecht auf Grundlage von Hygieneregeln wahrzunehmen, dass sie dann missachteten. Die Demonstranten würden die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und riskierten damit die Gesundheit anderer Menschen.

(AFP)