Liebe Leserinnen und Leser,

die Hochwassersituation hat sich in den betroffenen Gebieten entspannt, die Aufräumarbeiten laufen nun auf Hochtouren. Wir beenden an dieser Stelle nun den Newsticker. Wie die Lage bei uns in der Region war, können Sie hier nochmal nachlesen. Die Bilder aus den Katastrophengebieten finden Sie hier.

Sollte es neue Entwicklungen aus den überschwemmten Regionen geben, finden Sie diese wie gewohnt auf suedkurier.de.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 19. Juli:

18.18 Uhr: Aufräumarbeiten nach Unwetterkatastrophe gehen bei entspannter Wetterlage voran

Nach der Unwetterkatastrophe hat sich die Lage in den betroffenen Regionen im Westen Deutschlands stabilisiert. Die Aufräumarbeiten schritten am Montag voran, nach wie vor galt allerdings eine große Zahl an Menschen als vermisst. Die Polizei in Koblenz sprach von etwa 170 Vermissten in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Toten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erhöhte sich auf mindestens 164.

Im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Polizei in Koblenz auf 117. In dem Kreis erhöhte sich demnach zudem die Zahl der Verletzten auf 754. In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Toten nach Angaben von Landes-Innenminister Herbert Reul im dortigen Hochwassergebiet auf 47 Tote. Damit gibt es insgesamt 164 bestätigte Todesfälle.

In allen Gebieten versuchten die Retter, sich angesichts des sich zurückziehenden Wassers ein umfassenderes Lagebild zu machen. Die Polizei in Koblenz kündigte an, zusammen mit Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und weiteren Rettern das Hochwassergelände nochmals abzusuchen. Wenn Todesopfer gefunden werden, würden diese an einen Sammelort gebracht und identifiziert. Danach würden die Angehörigen informiert. Todesfälle würden „mit größtmöglicher Pietät behandelt“, sagte der Koblenzer Polizei-Vizepräsident Jürgen Süs.

16.25 Uhr: Wurden die Menschen nicht rechtzeitig gewarnt? Seehofer weist Kritik am Katastrophenschutz zurück

Mit dem Rückgang der akuten Gefahr in den Hochwassergebieten gewinnt die Debatte über Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz an Schärfe. Eine britische Wissenschaftlerin warf den deutschen Behörden „monumentales“ System-Versagen bei der Flutkatastrophe vor. Teile der Opposition im Bundestag richteten heftige Kritik gegen den für Katastrophenschutz zuständigen Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Aus Sicht der Hydrologin Hannah Cloke von der englischen Universität Reading ist in Deutschland viel schiefgegangen. Klare Hinweise, die im Rahmen des europäischen Frühwarnsystems EFAS bereits vier Tage vor den ersten Überschwemmungen herausgegeben worden seien, seien offenbar nicht bei der Bevölkerung angekommen, sagte sie der Zeitung „Sunday Times“.

Seehofer wies die Kritik zurück. Die Dinge in Deutschland hätten gut funktioniert, sagte Seehofer beim Besuch der stark betroffenen Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Ich schließe nicht aus, dass wir das ein oder andere verbessern müssen.“ Aber die Warnmeldungen hätten „ohne jedes technische Problem vom Deutschen Wetterdienst und vom europäischen funktioniert“, sagte Seehofer. Für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten sei nicht der Bund zuständig, sondern die Länder und die Landkreise.

15.56 Uhr: Vom Hochwasser heimgesuchte B265 komplett geräumt

Auf der überspülten Bundesstraße 265 bei Erftstadt (Nordrhein-Westfalen) sind alle vom Hochwasser eingeschlossenen Fahrzeuge geborgen worden. Tote seien glücklicherweise dabei bislang nicht entdeckt worden, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Montag. Allerdings gebe es noch ein Regenrückhaltebecken in der Nähe der Straße, das noch ausgepumpt werde.

Wie die Stadt Erftstadt auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, sollten aus dem Becken im Laufe des Montags noch fünf weitere Fahrzeuge geborgen werden. Die Stadt erklärte aber auch: „Glücklicherweise wurden dort keine Personen in den Fahrzeugen aufgefunden.“

15.07 Uhr: 117 Tote und noch immer viele Vermisste im Hochwassergebiet

Am fünften Tag nach dem verheerenden Unwetter sind in Rheinland-Pfalz noch immer Tote geborgen worden. Ihre Zahl stieg von Sonntag auf Montag um 7 auf 117. Die Polizei rechnet mit weiteren Toten.

„In welchem Ausmaß, können wir nicht sagen“, berichtete Polizeisprecher Lars Brummer in Koblenz. Wie viele Menschen vermisst würden, sei immer noch unklar, weil die Handy- und Telefonnetze noch immer nicht überall funktionierten. Zudem konnten noch nicht alle Meldungen abgeglichen werden.

Kritik am Katastrophenschutz war weder aus den Kreisen und Kommunen, noch von der politischen Opposition zu hören. „Im Moment kümmern wir uns um das, was passiert ist“, hieß es im Krisenstab im besonders schwer getroffenen Kreis Ahrweiler. Der Kreis Vulkaneifel und der Eifelkreis Bitburg-Prüm sehen zunächst keine Mängel bei der Alarmkette. Im Kreis Trier-Saarburg stand eine Analyse noch aus. Die Landesregierung hatte am Sonntag auf das rasante Tempo verwiesen, mit dem Wassermassen alles mitgerissen hatten.

14.34 Uhr: ZF-Werk durch Hochwasser beschädigt – Produktion fällt erstmal aus

In einem durch Hochwasser verwüsteten Werk des Autozulieferers ZF im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler ist vorerst keine Wiederaufnahme der Produktion in Sicht. Man könne wenige Tage nach der Hochwasserkatastrophe noch keine Angaben zur Dauer der Produktionsunterbrechung machen, zumal das Ausmaß der Schäden noch immer nicht abzusehen sei, sagte ein Sprecher des Konzerns mit Hauptsitz in Friedrichshafen am Montag auf Anfrage.

Auch zu der Frage, ob eine vorübergehende Verlagerung der in Bad Neuenahr-Ahrweiler ansässigen Produktion von Ventilen für elektronische Dämpfungssysteme an andere ZF-Standorte machbar oder konkret geplant sei, wollte sich der Sprecher nicht näher äußern. Es hieß lediglich, man unternehme „größtmögliche Anstrengungen“, um die Auswirkungen auf Liefervereinbarungen mit Kunden „so gering wie möglich“ zu halten.

13.41 Uhr: Seehofer nennt Kritik an Katastrophenschutz „billige Wahlkampfrhetorik“

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Katastrophenschutz verteidigt. Manches an der derzeit geäußerten Kritik sei einer „ganz billigen Wahlkampfrhetorik“ zuzuordnen, sagte Seehofer am Montag bei einem Besuch an der Steinbachtalbrücke in Euskirchen. Dies sei fast schäbig.

Seehofer kündigte zugleich an, dass nach der Bewältigung der akuten Krisenlage die Abläufe im Katastrophenschutz aufgearbeitet würden. Er selbst habe „das größte Interesse“ daran. „Aber jetzt in diesen Tagen hat die Bevölkerung ein Interesse an der Hilfe und der Solidarität.“

Seehofer sagte, die Meldewege rund um die Unwetterkatastrophe hätten nach seiner Information von Seiten des Bundes funktioniert. Auf der Ebene der Bundesländer wolle er sich nicht dazu einmischen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, links) und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, (CDU, rechts) bedanken sich vor der Steinbachtalsperre bei Bundeswehrsoldaten für deren Einsatz in der Katastrophe. Die Dämme der Talsperre drohten wegen dem Hochwasser tagelang zu brechen.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, links) und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, (CDU, rechts) bedanken sich vor der Steinbachtalsperre bei Bundeswehrsoldaten für deren Einsatz in der Katastrophe. Die Dämme der Talsperre drohten wegen dem Hochwasser tagelang zu brechen. | Bild: ROBERTO PFEIL

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sagte bei dem gemeinsamen Besuch mit Seehofer, die Krisenstäbe der betroffenen Landkreise hätten bereits bei der Warnung des Deutschen Wetterdienstes reagiert, jeweils unterschiedlich nach den örtlichen Gegebenheiten. „Wir werden das im Nachhinein untersuchen, wo können die Meldewege noch besser werden“, kündigte Laschet an. Es sei ihm aber geschildert worden, dass ganz andere Phänomene bei diesem Unwetter aufgetreten seien, als in den Katastrophenplänen standen.

So habe etwa im Rhein-Erft-Kreis eine unterspülte Kiesgrube die Probleme ausgelöst, dies sei nicht Teil der normalen Flutpläne gewesen. „Deshalb wird da eine genaue Analyse erforderlich sein“, sagte Laschet. Es müsse geprüft werden, wo der Katastrophenschutz verbessert werden könne.

13.10 Uhr: NRW-Ministerium habe Unwetterwarnung an Städte und Kreise weitergeleitet

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat nach eigener Darstellung in der vergangenen Woche Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an die Städte und Kreise weitergeleitet. Grundsätzlich gelte im Katastrophenschutz aber ein Örtlichkeitsprinzip, so dass über Schutzmaßnahmen vor Ort zu entscheiden sei, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag.

Am vorigen Mittwoch sei im NRW-Innenministerium ein Koordinationsstab gebildet worden. Dort berieten seitdem Fachleute aus dem eigenen Haus mit weiteren Experten – etwa aus dem Umweltministerium, der Bundeswehr, Bundespolizei oder den Feuerwehren – permanent über die Lage. Rund um die Uhr sei dort auch eine Kontaktperson zu erreichen, sagte der Sprecher. Diese Koordinierungsgruppe sei aber kein Krisenstab, welcher von der Landesregierung unter Beteiligung sämtlicher Ressorts eingerichtet werden müsste, um dann in regelmäßigen Sitzungen zentral die Lage im Land abzuarbeiten.

Bundesweit diskutieren Politiker und Experten derzeit, ob der Katastrophenschutz in Deutschland angesichts einer zunehmenden Zahl von Extremwetter-Katastrophen organisatorisch und technisch noch richtig aufgestellt ist.

11.16 Uhr: Evakuierungen an Steinbachtalsperre bei Euskirchen aufgehoben

Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands hat sich die Lage an der Steinbachtalsperre stabilisiert. Der Wasserstand sei weit genug gesenkt worden, die Evakuierungen der Orte unterhalb des Damms könnten beendet werden, erklärte die Bezirksregierung Köln. „Ein Dammbruch ist jetzt nicht mehr zu befürchten.“

Laut Kölner Bezirksregierung sollen die Behörden im zuständigen Rhein-Sieg-Kreis eine „geregelte Rückkehr“ der Einwohner der sicherheitshalber geräumten Gemeinden Swisttal und Rheinbach organisieren. Der Kreis erklärte am Montagvormittag, es sei nach Expertenbewertung ein „unkritischer Wasserstand“ erreicht worden.

Nach den verheerenden Starkregenfällen der vergangenen Woche war Wasser über die Spitze des Staudamms bei Euskirchen gelaufen und hatten die Talsperre beschädigt. Zusätzlich lastete ein enormer Wasserdruck auf dem Damm. Die Behörden hatten deshalb einen Bruch befürchtet und die unterhalb liegenden Orte geräumt.

10.40 Uhr: Nach Fluten debattiert Politik über Katastrophen- und Klimaschutz

War der Katastrophenschutz ausreichend vorbereitet für die Hochwasser in Deutschland? Hätte die Bevölkerung besser gewarnt werden können? Während sich die Lage in den Hochwassergebieten beruhigt, nimmt die politische Debatte über Folgen für Katastrophen- und Klimaschutz Fahrt auf. Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sprach sich dafür aus, dass der Bund eine größere koordinierende Rolle bei überregionalen Katastrophen wie Fluten oder Waldbränden bekommt. Auch CSU-Chef Markus Söder forderte in der Sendung hierbei mehr Anstrengungen: „Wir brauchen schon einen Klima-Ruck in Deutschland.“ Kritik am Bevölkerungsschutz gibt es zudem etwa von der FDP.

In der ARD sagte die Grünen-Kanzlerkandidatin, auch Warnketten müssten verbessert werden. Und Städte müssten umgebaut werden, Flüssen müsse mehr Raum gegeben werden.

FDP-Bundestagsfraktionsvize Michael Theurer sieht schwere Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz. „Die rechtzeitigen Warnungen der Meteorologen sind weder von den Behörden noch vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinreichend an die Bürgerinnen und Bürger kommuniziert worden“, sagte er.

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, sagte im Deutschlandfunk, derzeit sei man in der Phase „Retten, Bergen, Obdachbieten et cetera. Ich habe meinen Mitarbeitern sogar quasi untersagt, Manöverkritik zu machen. Wir helfen jetzt.“

9.24 Uhr: Wetteraussichten geben Anlass zur Hoffnung

Aufatmen an der Wetter-Front: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt zum Wochenstart für die Nordhälfte Deutschlands „nur selten ein paar Tropfen“ voraus. Auch in der Südhälfte sei es oft freundlich. Nur südlich der Donau sind laut Prognose nachmittags einzelne Gewitter möglich, örtlich allerdings auch mit Starkregen.

9 Uhr: Söder fordert nach Unwettern „Klima-Ruck“ in Deutschland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat mehr Anstrengungen beim Klimaschutz gefordert. „Wir brauchen schon einen Klima-Ruck in Deutschland“, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Das Unwetter mit verheerenden Folgen vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch im Südosten Bayerns nannte er einen Weckruf.

Für Mittwoch kündigte Söder eine Regierungserklärung an. Dabei werde es nicht nur darum gehen, Ziele zu definieren, sondern das auch finanziell mit einem Klimaprogramm zu hinterlegen. Klimaschutz sei keine ideologische Frage, sondern eine Frage der Vernunft und der Ethik.

8 Uhr: Damm der Steinbachtalsperre in NRW hat bis jetzt standgehalten

Der Damm an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen hat den Wassermassen bis zum Montagmorgen standgehalten. Die Feuerwehr Euskirchen trat Gerüchten entgegen, der Damm sei gebrochen. Tatsächlich seien bei einem Kontrollflug eines Hubschraubers der Bundespolizei keine Risse festgestellt worden.

„Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Ob der Wasserstand bereits jenseits der kritischen Marke sei, solle eine abschließende Expertenbewertung am Montagmorgen ergeben.

Aus der wegen des verheerenden Hochwassers bedrohten Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Erst wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, bestehe keine akute Dammbruchgefahr mehr, hatte die Bezirksregierung Köln mitgeteilt.

7.07 Uhr: Lage in Passau spitzt sich nicht weiter zu

Während im Westen Deutschlands vorerst keine akute Unwetter-Gefahr mehr besteht, richten sich weiterhin bange Blicke auf einige Orte. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht heute die von der Flutkatastrophe und großen Zerstörungen besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So wird er etwa an der Steinbachtalsperre in Euskirchen erwartet, wo ein Dammbruch zuletzt weiterhin nicht ausgeschlossen war.

In Bayern blieb derweil die Hochwasserlage im Süden und Osten des Bundeslandes angespannt, spitzte sich aber in der Nacht nicht weiter zu. In Passau stiegen die Pegel noch bis in die Nacht, verharrten dann aber auf hohem Niveau.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 18. Juli:

21.45 Uhr: Laschet: Der Wiederaufbau wird Jahre dauern

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat für die Schäden der Flutkatastrophe schnelle Hilfen angekündigt. „Eine Katastrophe von nationaler Tragweite braucht auch eine schnelle nationale Antwort“, sagte Laschet in einer Ansprache am Sonntagabend im WDR-Fernsehen. Daran arbeite er unter Hochdruck mit den Kolleginnen und Kollegen in der Landes- und der Bundesregierung. „Mit den Vertretern der betroffenen Städte und Gemeinden will ich in dieser Woche zusammenkommen, um zu beraten, wie wir die Finanzhilfen ausgestalten, um schnell unsere Heimat wiederaufzubauen. Die Wunden dieser Tage werden wir aber noch lange spüren. Der Wiederaufbau wird Monate, ja Jahre dauern.“

In der ganzen Region mit Rheinland-Pfalz, Belgien und den Niederlanden hätten inzwischen mehr als 200 Menschen in der Flutkatastrophe ihr Leben verloren. Die Katastrophe sei noch nicht vorbei, mahnte der Ministerpräsident. Noch immer seien zehntausende Menschen ohne Strom oder Trinkwasser, immer noch seien über 20.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Viele Menschen würden noch vermisst.

Laschet würdigte zugleich „die beispiellose Hilfsbereitschaft in unserem Land Nordrhein-Westfalen“. Menschen stünden zusammen – in den großen und den kleinen Schicksalen. „Zu Hunderten gehen die Menschen in die Katastrophengebiete, mit Pumpen, Generatoren, Wasserfässern – oder einfach nur mit Lappen, Besen und Schaufel und packen an.“ Scharf verurteilte Laschet Plünderungen in den verlassenen Häusern: „Wir werden ein solches Verhalten nicht dulden.“

21.19 Uhr: Hilfsbereitschaft füllt Lager – Hochwasser-Kreise mit Spendenkonten

Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß, die Lager mit Sachspenden sind voll. Die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen erklärten am Sonntag, Sachspenden gebe es derzeit genug. „Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können“, erklärte der Kreis Euskirchen. Hilfsangebote sollten nicht unkoordiniert, sondern im direkten Kontakt mit Betroffenen erfolgen. Beide Kreise richteten Konten für Hochwasser-Hilfen ein und baten um Geldspenden.

Das Deutsche Rote Kreuz in Köln berichtete am Sonntag, weitere Sachspenden würden zunächst nicht mehr angenommen. Eine für 50 Wagen konzipierte Fahrzeughalle sei gut gefüllt. „Wir hatten nicht gedacht, dass wir innerhalb von zwei Tagen so viele Sachspenden entgegennehmen dürfen“, sagte ein DRK-Mitarbeiter. Nun müssten die Gaben erst einmal sortiert und dafür Abnehmer gefunden werden.

In Düsseldorf sammelte eine private Initiative in kurzer Zeit mehr als 2500 Kartons mit Sachspenden. Einen Abnehmer gebe es noch nicht, sagte die Initiatorin. Man wolle Kontakt zu Hochwassergebieten in Bayern aufnehmen.

20.27 Uhr: Trauer zwischen Trümmern – Das große Aufräumen in den Flutgebieten

In manchen Orten der schwer getroffenen Flut- und Hochwassergebiete ist die unmittelbare Gefahr vorüber. Das Aufräumen allerdings fängt gerade erst richtig an. Kann es je wieder so werden wie vor der Katastrophe?

Schlamm, Schutt und Schmutz überall. Trümmer türmen sich teils meterhoch. Zwischen Autowracks und Möbelresten versuchen Anwohner, ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen. Mit dem Zurückweichen des Wassers wird in den vom Unwetter verwüsteten Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Es wird Wochen, Monate dauern, bis allein die sichtbaren Folgen der Katastrophe beseitigt sind.

19.46 Uhr: Wirtschaftsminister schlägt für Flut-Opfer Umsatzausfall-Hilfen wie bei Corona vor

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat für die Opfer der Unwetterkatastrophe in Westdeutschland Umsatzausfall-Hilfen nach dem Vorbild der Corona-Hilfen vorgeschlagen. „Es gibt viele Hundert Menschen, die doppelt getroffen sind durch Corona und jetzt durch die Flutkatastrophe“, sagte Altmaier am Sonntag in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Viele Betroffene hätten durch die Pandemie keine Umsätze gehabt und ihr Erspartes in ihren Betrieb investiert.

„Diese Menschen werden erneut einige Monate keinen Umsatz haben. Und deshalb müssen wir auch da helfen“, forderte der Minister. Altmaier schlug vor, Unternehmern und Geschäftsleuten, die nachweislich bereits durch die Corona-Krise einen Schaden erlitten haben, „schnell und unbürokratisch über den Härtefallfonds der Länder bis zu 10.000 Euro“ bereitzustellen. Darüber müsse die Bundesregierung entscheiden.

19.06 Uhr: Polizei in NRW erreicht mehr als 700 Vermisste nach Unwettern

Bei der Suche nach Opfern der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei mehr als 700 Vermisste telefonisch erreicht. Damit sei eine Vielzahl der Vermisstenmeldungen, die bei der Polizei Köln eingegangen waren, aufgeklärt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In Rheinbach bargen die Einsatzkräfte am Mittag eine weitere Leiche, damit steigt die Zahl der Todesopfer im betroffenen Rhein-Sieg-Kreis auf neun.

Rund 250 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks waren am Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen im Einsatz, um nach weiteren Vermissten zu suchen. Derzeit werden laut Polizei in der Region noch etwa 150 Menschen vermisst.

18.33 Uhr: Merkel verspricht Hochwasseropfern Hilfe

Nach den verheerenden Unwettern in Westdeutschland hat sich Kanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch im Katastrophengebiet erschüttert gezeigt und schnelle Hilfen versprochen. Es herrsche eine „surreale, gespenstische Situation“, sagte die CDU-Politikerin am Sonntag nach einem Rundgang durch die Eifelgemeinde Schuld, wo die Fluten Trümmerberge und zerstörte Häuser hinterließen. „Die deutsche Sprache kennt kaum ein Wort für die Verwüstungen, die hier angerichtet wurden.“ Anschließend besuchte sie mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den nahe gelegenen Ort Adenau, der ebenfalls schwer getroffen wurde.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer in Deutschland stieg am Wochenende auf fast 160. Während die Wassermassen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vielerorts zurückgingen und die Aufräumarbeiten laufen, verursachten heftige Regenfälle in Südostbayern, in der Sächsischen Schweiz und in Österreich weitere Überschwemmungen und Erdrutsche. Sie hatten aber nicht die Ausmaße wie im Westen.

17.49 Uhr: Starkregen und Hochwasser vermutlich bis in den Montag hinein

Die Hochwasserlage im Süden und Osten Bayerns bleibt bis in den Montag hinein angespannt. Zwar sollen sich die Niederschläge vielerorts bis in die frühen Abendstunden abschwächen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntagnachmittag mitteilte. In den betroffenen Regionen sei aber lokal noch mit weiterem Starkregen zu rechnen. Extreme Sturzfluten seien nicht ausgeschlossen.

Besonders im niederbayerischen Passau sollten die Wasserstände dem DWD zufolge weiter steigen. Die maximalen Werte würden für die Nacht erwartet. Es könne knapp die höchste Meldestufe vier erreicht werden, derzeit bestehe Stufe drei. Diesen Wert erreichten auch Flüsse in anderen Regionen wie in Oberbayern die Salzach im Raum Burghausen (Landkreis Altötting) und die Loisach bei Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land hatte in der Nacht den Katastrophenfall ausgerufen. Sintflutartige Regenfälle hatten auch weite Teile Österreichs erfasst.

16.57 Uhr: „Wir lassen niemanden allein“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen in Südostbayern Hilfe und Unterstützung zugesichert. „Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht“, sagte Söder am Sonntagnachmittag in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne.

„Wir trauern um alle Opfer, wir beten mit den Angehörigen, wir wünschen allen, die noch betroffen sind, alles Gute“, sagte Söder. Zudem dankte er den Rettungskräften, die Übermenschliches leisteten.

Mit Blick auf das Hochwasser im Westen Deutschlands sprach Söder von einer „absoluten Super-Katastrophe“. In Relation dazu sei die Situation in Bayern nun zwar „sehr, sehr schlimm“, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Für die einzelnen Betroffenen sei es aber genau gleich schlimm. „Deswegen muss uns jedes Schicksal wertvoll sein.“

Söder mahnte, man müsse nun sowohl bei Klimaanpassungsmaßnahmen als auch beim Klimaschutz das Tempo beschleunigen. Bis 2040 wolle Bayern klimaneutral werden, „und da werden wir uns richtig anstrengen müssen dafür“, sagte der CSU-Chef. Aber auch wenn Klimaschutz teuer sei: „Am Ende sind die Kosten des Nichtstuns viel, viel teurer.“

16.26 Uhr: Unterstützung und Engagement aus dem Südwesten für Opfer der Unwetterkatastrophe

Jeder hilft und packt an, wo er kann – auch im Südwesten sind mehrere Hilfsaktionen für die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen angelaufen:

Die Überlinger Markus Brandt und Birgit Nadig haben eine Hilfsaktion für die Hochwasseropfer in Nordrhein-Westfalen organisiert: Zwei Lastwagen voll mit Sachspenden sind auf dem Weg Richtung Ahrtal. Wir haben hier mit Organisatoren und Spendern gesprochen.

Um die Menschen im Kreis Ahrweiler in der aktuellen Notlage zu unterstützen, hat der Verein „ZF hilft“ eine Spenden- und Hilfsaktion ins Leben gerufen. Bei der Aktion können sich alle ZF-Mitarbeiter über „myZF“ beteiligen – in Form von Zeitstunden oder Geld. ZF betont in der Mitteilung: Die Spenden kommen allen Betroffenen in Ahrweiler zugute, die Hilfe werde sich nicht auf Mitarbeiter des Unternehmens beschränken. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

16.09 Uhr: DWD warnt weiterhin vor Dauerregen in den Alpen

Kaum Entspannung im Berchtesgadener Land: Am zentralen und östlichen Alpenrand wird bis in die Nacht zu Montag durchgehend Regen erwartet. Am stärksten sei der Regen in den Berchtesgadener Alpen, wo noch einmal bis zu 70 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen sogar 120 Liter pro Quadratmeter zu erwarten seien, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Erst im Laufe der Nacht klingt der Regen nach Prognosen des DWD ab. Am Montag soll sich die Wetterlage dann beruhigt haben.

15.41 Uhr: Merkel fordert schnelleren Kampf gegen Klimawandel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Besuch in dem besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz auf Tempo im Kampf gegen den Klimawandel gedrängt. „Wir müssen schneller werden im Kampf gegen den Klimawandel“, sagte sie am Sonntag in Adenau. „Wir müssen auch der Anpassung noch größere Aufmerksamkeit zuwenden.“ Mitigation, also Anpassung an Auswirkungen von Klimawandel wie Dürre und Extremregen, sei nicht nur für Afrika ein Thema, sondern auch für Deutschland.

Investitionen in Klimaschutz seien teuer, sagte Merkel. Aber was Klimawandel anrichten könne, sei noch teurer. „Wir müssen uns anstrengen – sehr anstrengen“, so Merkel.

15.15 Uhr: Auch der Bodenseepegel steigt

Während sich die Unwetterkatastrophe im Bundesgebiet ausweitet, bleibt der Südwesten vor weiteren Überschwemmungen vorerst verschont. Dennoch steigen auch hier die Pegel, besonders beim Bodensee ist der Anstieg deutlich zu sehen, wie Bilder aus Bodman in diesem Artikel deutlich zeigen.

Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) betrug der Messwert am Sonntag um 9.30 Uhr rund 481 Zentimeter. Das ist ein Zentimeter über dem Grenzwert, ab dem ein Hochwasser-Voralarm ausgelöst wird. In den Prognosemodellen der amtlichen Hochwasserzentrale des Landes gingen die verschiedenen Berechnungen für den Sonntag von einem Gleichbleiben des Pegels oder von einem nur noch geringen Anstieg aus. Mehr Details zur Lage am Bodensee finden Sie hier.

14.50 Uhr: Bundeskanzlerin beschreibt Ausmaß der Hochwasserkatastrophe als „surreal, gespenstisch“

Merkel sagte am Sonntag im rheinland-pfälzischen Adenau, die deutsche Sprache kenne kaum Worte für die angerichtete Zerstörung. „Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen“, sagte die Kanzlerin und kündigte Hilfen des Bundes für die betroffenen Kommunen an.

14.17 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war.

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren Ministern der Landesregierung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.r.) und Malu Dreyer (2.v.r), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, gehen durch das vom Hochwasser verwüstete Dorf Schuld in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.r.) und Malu Dreyer (2.v.r), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, gehen durch das vom Hochwasser verwüstete Dorf Schuld in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler. | Bild: CHRISTOF STACHE/POOL AFP/dpa

Merkel sprach mit Einsatzkräften und Betroffenen. Sie fragte die Helfer, ob sie genug Schlaf bekämen, wie die Trinkwasserversorgung klappe, was ihre größten Probleme seien, auch wie es ihnen persönlich gehe. „Einen Kollegen hat es ganz schwer getroffen, da ist das ganze Haus weg“, sagte einer der Feuerwehrmänner. „Haben Sie noch etwas, was Sie uns mitgeben wollen?“, fragte Merkel am Ende des Gesprächs.

Gegen 14 Uhr stieg die Kanzlerin in ein Auto, um in weitere Eifel-Orte zu fahren. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

13.40 Uhr: Hoch „Dana“ verringert zumindest zeitweise Unwettergefahren

Erleichterung bei den von Unwettern geplagten Menschen in Deutschland: Das Hoch „Dana“ über den Britischen Inseln sorgt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für freundlicheres, vor allem trockeneres Sommerwetter. Erst zum kommenden Wochenende steigt die Gewitter- und Unwettergefahr nach Angaben der Meteorologen vom Sonntag wohl wieder deutlich an.

Vor allem in der Südhälfte Deutschlands ist in den kommenden Tagen längerer Sonnenschein möglich, während in der Nord- und Nordosthälfte zunächst noch dichtere Wolken für Regen sorgen können. Allerdings ist das sommerlich-sonnige Wetter den Prognosen zufolge nicht von Bestand: Von Samstag an soll bei schwülwarmer Luft das Gewitterpotenzial vom Südwesten Deutschlands aus wieder zunehmen.

13.08 Uhr: Mit Panzern ins Katastrophengebiet

Sie befreien Straßen von Schlamm und Geröll, helfen bei der Suche nach Vermissten und bringen Verletzte in Krankenhäuser: Nicht nur Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und viele freiwillige Helfer unterstützen die von den verheerenden Überschwemmungen heimgesuchten Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, sondern auch die Bundeswehr. Derzeit sind rund 850 Soldaten in mehreren stark betroffenen Landkreisen und Städten im Einsatz.

12.10 Uhr: Zahlreiche Menschen suchen vermisste Angehörige

In Nordrhein-Westfalen läuft die Suche nach Vermissten und möglichen Todesopfern der Hochwasserkatastrophe weiter. In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten „Personenauskunftsstelle“ 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag. Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser. Bislang wurden keine Menschen in den Autos und Lastwagen entdeckt.

Im Stadtteil Erftstadt-Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds überprüfen. Die Experten sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen bestehe.

11.40 Uhr: Hochwasser im Südwesten klingt langsam ab

Nach Hochwasser und Überschwemmungen in Baden-Württemberg entspannt sich die Lage allmählich. Die Wasserstände an Hoch- und Oberrhein und am Bodensee seien zwar weiter auf einem hohen Niveau, teilte die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) am Sonntag mit. Das Hochwasser klinge aber ab. Am Rhein-Pegel Maxau bei Karlsruhe wurde am frühen Samstagabend mit 8,65 Metern der Scheitelwert erreicht. Das entspricht einem Hochwasser, wie es im statistischen Mittel nur alle zehn Jahre vorkommt.

Die Rhein-Schifffahrt zwischen Iffezheim und Germersheim war bereits in der Nacht zum Mittwoch eingestellt worden. Am Donnerstag wurde die Sperrung bis Mannheim ausgedehnt. Mit einer Freigabe ist nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Oberrhein erst in der kommenden Woche zu rechnen.

11.02 Uhr: Scholz kündigt Soforthilfe für Flutopfer von mehr als 300 Millionen Euro an – Altmaier will „Corona-Flut-Pauschale“ für Unternehmen von 10.000 Euro

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine Soforthilfe von mehr als 300 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe angekündigt. Am Mittwoch wolle er dem Bundeskabinett den Plan für die Soforthilfe vorlegen, sagte Scholz der „Bild am Sonntag“. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach sich für eine „Corona-Flut-Pauschale“ von 10.000 Euro aus, die Unternehmen erhalten sollen, die doppelt getroffen wurden – etwa Geschäfte oder Hotels.

Scholz sagte der Zeitung, beim vorherigen Flutdesaster sei eine Soforthilfe des Bundes von „deutlich mehr als 300 Millionen Euro“ nötig gewesen: „Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht.“

Altmaier sagte der „Bild am Sonntag“, bei der Flutkatastrophe handle es sich „auch um einen Notfall der sozialen Marktwirtschaft, denn die Existenzgrundlage von vielen Unternehmen in den Tourismus- und Weinanbaugebieten ist zerstört.“ Oft seien das Geschäfte, Restaurants oder Hotels, die schon von Corona mit am stärksten betroffen waren. „Hier müssen wir dringend helfen, denn es geht in vielen Fällen um die nackte Existenz.“ Er erwarte aber von den Versicherungen, jetzt schnell die Schadenssummen auszuzahlen, und von den Geschäftspartnern getroffener Unternehmen, größtmögliche Kulanz zu zeigen.

10.27 Uhr: Berchtesgadener Landrat: Tagestouristen sollen Region meiden

Wegen der Hochwasserlage im Berchtesgadener Land sollen Ausflügler die Region im Südosten Bayerns meiden. Dazu hat Landrat Bernhard Kern am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall vor allem Tagestouristen aufgerufen.

10.06 Uhr: 130 Menschen im Berchtesgadener Land wegen Hochwassers in Sicherheit gebracht

Rund 130 Menschen mussten wegen des Hochwassers im Berchtesgadener Land aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Darunter seien 80 Menschen aus einer Siedlung in Schönau am Königssee, die angesichts von „geologischen Problemen“ weggebracht wurden, sagte Landrat Bernhard Kern am Sonntag in Bad Reichenhall. Was genau damit gemeint war, sagte Kern nicht. Unklar war, ob die Siedlung länger gesperrt werden muss oder ob die Sperrung bald wieder aufgehoben werden kann. Der Bahnverkehr zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden sei eingestellt, so Kern. Auch Straßen seien „extremst in Mitleidenschaft gezogen“ worden.

9.10 Uhr: Unwetterdesaster weitet sich nach Oberbayern und Sachsen aus

Die Unwetterkatastrophe in Deutschland hat sich auf weitere Landesteile ausgedehnt. Nach den verheerenden Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit mehr als 140 Toten rief am Samstagabend auch der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land den Katastrophenfall aus. Dort kam mindestens ein Mensch durch die von massiven Regenfällen ausgelösten Fluten ums Leben. Auch in der Region Sächsische Schweiz in Sachsen kam es zu starken Überschwemmungen.

Im Berchtesgadener Land wurden nach Angaben des Landratsamts rund 65 Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht. Straßen und Keller wurden überflutet. In dem Ort Marktschellenberg war den Angaben zufolge der Ortsteil Scheffau von der Außenwelt abgeschnitten.

890 Hilfskräfte sind im vom Hochwasser betroffenen oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land derzeit im Einsatz. Inzwischen gebe es viel Unterstützung aus anderen Regionen, sagte Landrat Bernhard Kern (CSU) am Sonntagmorgen auf einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall. Die örtlichen Hilfskräfte seien seit Samstagabend im Dauereinsatz.

Auch in der Sächsischen Schweiz wurden mehrere Orte von starkem Hochwasser heimgesucht. Die Verwaltung des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge warnte vor einer „erheblichen Gefahrensituation“ in Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf, Schöna und Gohrisch. Einzelne Ortsteile waren nicht mehr erreichbar.

7.05 Uhr: Zahl der Unwetter-Toten in Deutschland steigt auf 156

Die Zahl der Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe in Deutschland ist nochmals deutlich gestiegen und liegt nun bei 156. Wie das Polizeipräsidium in Koblenz am frühen Sonntagmorgen mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz um weitere zwölf auf 110. Die Behörde äußerte die Befürchtung, „dass noch weitere Todesopfer hinzukommen“. Zahlreiche Menschen in Rheinland-Pfalz sowie in Nordrhein-Westfalen galten weiterhin als vermisst.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 17. Juli:

21.17 Uhr: Zwei weitere Tote durch Überschwemmungen in NRW
- Innenministerium in Düsseldorf: Insgesamt mindestens 45 Todesopfer

Aus Nordrhein-Westfalen sind zwei weitere Todesopfer infolge der heftigen Überschwemmungen gemeldet worden. „Dem Innenministerium sind nun insgesamt mindestens 45 verstorbene Personen in NRW im Zusammenhang mit dem Unwetter bekannt“, erklärte eine Sprecherin am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Seit Freitag hatte das Düsseldorfer Ministerium die Zahl der Todesopfer mit 43 angegeben.

Nähere Angaben machte die Sprecherin zunächst nicht. In dem Bundesland war vor allem die Stadt Erftstadt südlich von Köln betroffen. Die Erft war dort über die Ufer getreten, unterspülte zahlreiche Häuser und verursachte Einstürze und Erdrutsche. In der Nähe räumte die Bundeswehr am Samstagnachmittag zahlreiche Autos von der völlig überschwemmten Bundesstraße 265.

Auch im Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen sprach die Polizei von einer „Großschadenslage“. Mit Hilfe von Tauchern suchten die Einsatzkräfte dort nach Vermissten. Rund 200 Beamte seien außerdem dafür abgestellt, „Hab und Gut der von der Naturkatastrophe getroffenen Menschen zu schützen und sogenannten Katastrophentourismus zu verhindern“, erklärte die Polizei.

Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis bezifferten die Behörden die Zahl der Vermissten mit 300. Im Kreis Euskirchen sei zudem der Verbleib von mehr als 70 Menschen ungeklärt. Die Lage war wegen unterbrochener Telefonnetze allerdings weiterhin schwer zu überblicken.

20.34 Uhr: Lachender Laschet in Erftstadt in in in in sorgt für empörte Reaktionen
- NRW-Ministerpräsident entschuldigt sich: „Dies war unpassend“

Ein lachender Ministerpräsident Armin Laschet beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten Erftstadt beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten in Nordrhein-Westfalen hat empörte Reaktionen ausgelöst. „Ich bin wirklich sprachlos“, schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Samstagnachmittag auf Twitter und verlinkte auf ein in den Online-Netzwerken kursierendes Video. Darin lacht Laschet etwa eine halbe Minute lang im Hintergrund zusammen mit Umstehenden, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit ernster Miene den Betroffenen in der Katastrophenregion Solidarität und Hilfe verspricht.

17.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Erftstadt: Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lacht während Bundespräsident Steinmeier (nicht im Bild) ein Pressestatement gibt.
17.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Erftstadt: Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lacht während Bundespräsident Steinmeier (nicht im Bild) ein Pressestatement gibt. | Bild: Marius Becker (dpa)

SPD-Vizechef Kevin Kühnert spottete auf Twitter, dies sei „eine Frage des Charakters“. Steinmeier und Laschet, der sich für die Union um die Kanzlerschaft bewirbt, hatten sich zuvor gemeinsam ein Bild von der Lage im schwer getroffenen Ort Erftstadt gemacht.

Am Abend entschuldigte sich Laschet dann via Twitter: „Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben“, schrieb der Kanzlerkandidat der Union. „Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid.“

In Erftstadt hatte die über die Ufer getretene Erft zahlreiche Häuser unterspült und zum Einsturz gebracht; bei Erdrutschen stürzten mehrere Häuser und Teile einer historischen Burg ein. Besonders stark betroffen ist der Stadtteil Blessem.

19.26 Uhr: Schäden jenseits der Vorstellungskraft: Fluten geben Zerstörung frei

Während die Zahl der Toten nach den verheerenden Fluten steigt, versuchen sich die Menschen in den betroffenen Regionen ein Bild von der Katastrophe zu machen. Bundespräsident Steinmeier wirbt eindringlich für Hilfen.

Nach dem langsamen Rückzug der Wassermassen wird in den Überschwemmungsgebieten nach und nach das Ausmaß der Schäden sichtbar. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Samstag bei einem Besuch in dem von den Fluten besonders stark heimgesuchten Erftstadt von Schäden, „die unsere Vorstellungskraft übersteigen“. Es gebe „Gemeinden, die von Verwüstung, von Zerstörung gezeichnet sind“.

Der Bundespräsident hatte sich zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über die Lage in Erftstadt informiert. Zur Stadt gehört die Ortschaft Blessem, wo es zu gewaltigen Erdrutschen gekommen war. Laschet sprach von einer „Jahrhundertkatastrophe“. Es sei eine „nationale Aufgabe“, der betroffenen Region zu helfen.

18.16 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag (14.30 Uhr) die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Merkel werde sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen. Im Anschluss ist ein Pressestatement in Adenau geplant – gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern.

Während sich das verheerende Hochwasser aus vielen Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz langsam zurückzieht, wird in den Trümmern weiterhin nach Todesopfern und Verletzten gesucht. Bis zum Samstagnachmittag stieg die Zahl der Toten auf mehr als 140. Allein im rheinland-pfälzischen Großraum Ahrweiler kamen nach Angaben der Polizei fast 100 Menschen ums Leben. Es wird befürchtet, dass noch weitere hinzukommen.

Bereits am Samstag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein nordrhein-westfälisches Katastrophengebiet an der Erft besucht und zu Solidarität und Spenden für die Opfer aufgerufen. Für Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekündigt.

17.10 Uhr: Vier Feuerwehrleute bei Hochwassereinsätzen in NRW gestorben

Bei den Hochwassereinsätzen in Nordrhein-Westfalen haben mindestens vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren. Das teilte der Verband der Feuerwehren (VdF) am Samstag mit. Neben den beiden in Altena und Werdohl gestorbenen Männern seien zwei weitere Todesfälle gemeldet worden. In Nettersheim (Kreis Euskirchen) sei ein Feuerwehrangehöriger bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen. Ein weiterer Feuerwehrangehöriger der Feuerwehr Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) sei bei im Einsatz leblos aufgefunden worden und später im Krankenhaus gestorben.

„Die Betroffenheit in den Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus ist riesig. Wir alle werden das nach Ende der Einsätze erst verarbeiten müssen“, sagte der stellvertretende VdF-Landesvorsitzende, Bernd Schneider.

16.55 Uhr: Mehr als 140 Tote durch Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen
- Akute Überflutungsgefahr bei Euskirchen

Bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind mindestens 141 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Während mancherorts schon die Aufräumarbeiten begannen und an einigen Stellen die Pegel leicht zurückgingen, blieb die Lage am Samstag in vielen Regionen angespannt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief zu Solidarität mit den Betroffenen auf, Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag im Krisengebiet erwartet.

Rheinland-Pfalz, Ahrweiler: Anwohner und Ladeninhaber versuchen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbares Mobiliar nach draußen zu bringen. In den vom Unwetter betroffenen Gebieten beginnen die Aufräumungsarbeiten.
Rheinland-Pfalz, Ahrweiler: Anwohner und Ladeninhaber versuchen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbares Mobiliar nach draußen zu bringen. In den vom Unwetter betroffenen Gebieten beginnen die Aufräumungsarbeiten. | Bild: Thomas Frey (dpa)

Im Raum Ahrweiler in Rheinland-Pfalz erhöhte sich die Todeszahl im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe auf 98, wie die Polizei Koblenz am Nachmittag bekannt gab. Die Zahl der Verletzten stieg demnach auf 670. Die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer in NRW lag bis zum Nachmittag bei 43. Die Zahl der Toten übertrifft mittlerweile um ein Mehrfaches jene der sogenannten Jahrhundertflut aus dem Jahr 2002, bei der in Sachsen 21 Menschen gestorben waren.

Viele Menschen wurden am Samstag noch vermisst. Die genaue Zahl war unklar, da die Behörden sich mit genauen Angaben zurückhielten. Oft konnten Menschen ihre Angehörigen nicht erreichen, weil Telefonleitungen und Mobilfunknetz noch unterbrochen waren.

16.44 Uhr: Hochwasser am Rhein steigt weiter – einzelne Unwetter weiter möglich

Erneut haben Unwetter im Südwesten zahlreiche Einsätze ausgelöst. Diesmal war vor allem Südbaden betroffen. Derweil schwillt das Hochwasser am Rhein weiter an. Zumindest die Wetterlage soll sich mit Blick auf die kommende Woche aber zunehmend beruhigen.

Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller: Gewitter mit Starkregen haben in Südbaden zahlreiche Einsätze der Feuerwehr ausgelöst. Es habe viele Notrufe gegeben, zeitweise sei die Lage unübersichtlich gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. In der Region um Lörrach gab es demnach etwa 100 Einsätze, im Kandeltal und in Weil am Rhein nochmals ungefähr 45. Verletzt wurde niemand.

Die Regenmassen überschwemmten den Angaben nach zahlreiche Straßen. Der Lörracher Stadtteil Tumringen sei für kurze Zeit komplett überflutet gewesen. In der Nähe eines Schwimmbads habe ein Blitz in einen Baum eingeschlagen. Von den Überschwemmungen war auch die Autobahn 98 zwischen Weil am Rhein und Kandern betroffen. Sie sei am Freitagabend für etwa eine Stunde voll gesperrt gewesen.

16.12 Uhr: Überflutungsgefahr unterhalb der Steinbachtalsperre noch nicht gebannt – Vorsorglich weitere Evakuierungen geplant

Im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen besteht für das Gebiet rund um die Steinbachtalsperre weiterhin Überflutungsgefahr. Die Bezirksregierung Köln teilte am frühen Samstagnachmittag mit, dass der Absperrdamm an der Steinbachtalsperre noch versagen könnte. Große Teile des Damms seien durch Überströmung weggebrochen, gleichzeitig laste ein enorm hoher Druck auf dem Damm. Vorsorglich seien weitere Evakuierungen im Bereich der Talsperre geplant.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) pumpten auch am Samstag Wasser aus dem Stausee ab; am Freitagabend schon hatte der durch Geröll verstopfte Grundablass geöffnet werden können. Eine Entwarnung könne nach Experteneinschätzung allerdings erst bei einer Zweidrittel-Entleerung gegeben werden, warnte die Bezirksregierung am Samstag. Dies könnte „nach vorsichtiger Schätzung“ Sonntagnachmittag gegen 15:00 Uhr erreicht sein. Bis dahin bestehe weiterhin akute Dammbruchgefahr.

Mehrere Orte unterhalb der Talsperre im Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis waren in den vergangenen Tagen bereits evakuiert worden. Bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind mindestens 133 Menschen ums Leben gekommen.

14.30 Uhr: Steinmeier über Hochwasseropfer: „Ihr Schicksal zerreißt uns das Herz“ – Laschet verspricht Hochwasser-Betroffenen Direkthilfe

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen seine Anteilnahme ausgesprochen. „Wir trauern mit denen, die Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder verloren haben. Ihr Schicksal zerreißt uns das Herz“, sagte Steinmeier am Samstagmittag bei einem Besuch im besonders betroffenen Ort Erftstadt. Er sprach dort zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet mit Betroffenen und Einsatzkräften.

„Viele haben alles verloren, was sie sich ihr Leben lang aufgebaut haben“, sagte Steinmeier. Er dankte den Einsatzkräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltungen, die die Einsatzleitung geschultert hätten.

„Das Wasser geht zurück, aber möglicherweise wird es in den nächsten Tagen sichtbar werden, welche Schäden bleiben“, sagte der Bundespräsident.

Armin Laschet hat Direkthilfe für die vom Hochwasser betroffenen Menschen versprochen. Es werde „sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt“, sagte der Unions-Kanzlerkandidat bei dem Besuch mit dem Bundespräsiden. Danach werde man zusammen mit dem Bund „strukturell“ den Städten helfen müssen, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen.

14.02 Uhr: Weiterhin Dammbruchgefahr an Steinbachtalsperre

An der Steinbachtalsperre bei Euskirchen droht trotz des sinkenden Wasserstands weiterhin ein Bruch des Staudamms. Der Damm sei „äußerst instabil“, große Teile des Bauwerks seien weggebrochen, teilte die Bezirksregierung Köln am Samstag mit. Es drohe weiterhin akute Überflutungsgefahr für die Orte unterhalb der Talsperre. Weitere Evakuierungen seien deshalb geplant.

Aufnahme des Staudamms bei Euskirchen.
Aufnahme des Staudamms bei Euskirchen. | Bild: Sebastien Bozon /AFP

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Das geschieht über Pumpen, den mittlerweile freigelegten Grundablass der Talsperre und eine Bypassleitung. Knapp 6 Kubikmeter Wasser könnten pro Sekunde abfließen, heißt es in der Mitteilung.

Entwarnung könne nach Angaben von Experten erst gegeben werden, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei. Das könnte nach vorsichtiger Schätzung am Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr erreicht sein. „Bis dahin besteht daher weiterhin akute Dammbruchgefahr“, warnte die Bezirksregierung.

Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden. Der Kreis hatte die Bewohner am Freitag gewarnt, in die Häuser zurückzukehren. „Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt“, hieß es in der Mitteilung.

13.14 Uhr: Mehr als 133 Tote nach Unwetter – Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind bislang 133 Todesopfer gemeldet worden. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Die Lage in den betroffenen Regionen blieb auch am Samstagvormittag überwiegend angespannt; mancherorts begann das Wasser leicht zurückzugehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Dies bestätigte die Staatskanzlei in Mainz am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Details würden noch geklärt. Zunächst hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet.

11.34 Uhr: Bundeswehr räumt überflutete Fahrzeuge von Bundesstraße bei Erftstadt

Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt am Samstag mit.

Erftstadt: Die Bundeswehr hat begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen.
Erftstadt: Die Bundeswehr hat begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. | Bild: David Young /dpa

Auf der B265 waren zahlreiche Fahrzeuge überspült worden. Eine Sprecherin des Rhein-Erft-Kreises hatte am Freitag gesagt, es sei unklar, ob alle Insassen es rechtzeitig aus ihren Wagen geschafft hätten, als sie von den Wassermassen überrascht wurden.

10.08 Uhr: Polizei-Appell an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer

Mit einem eindringlichen Appell hat sich die Polizei in Rheinland-Pfalz zum Start ins Wochenende über Twitter an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer gewandt. „Es ist nicht an der Zeit für Touren in einem Katastrophengebiet“, hieß es am Samstag von der Polizei in Mainz. Denn viele Menschen hätten dort gerade erst „großes Leid und Verluste erfahren“. Während des Katastropheneinsatzes seit Donnerstag war es bereits zu Behinderungen durch Schaulustige gekommen.

8.50 Uhr: Bislang keine Todesopfer in Erftstadt-Blessem entdeckt

In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem gibt es bislang keine bestätigten Todesopfer. Das sagte ein Kreisprecher am Samstagmorgen. Die Lage in Blessem sei derweil weiter angespannt.

In anderen Teilen des Kreises gingen die Pegelstände unterdessen zurück, im Norden habe man Evakuierungen aufheben können. Da die Arbeiten der Rettungskräfte im Bereich Blessem noch in vollem Gange sind, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden. Belastbare Zahlen zu Vermissten gebe es nicht.

Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem.
Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem. | Bild: Rhein-Erft-Kreis/dpa

Im Stadtteil Blessem waren mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. „Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht“, hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul am Freitag gesagt. Am Samstagmittag will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt besuchen.

8 Uhr: Nach Dammbruch: Weiter angespannte Lage in Wassenberg

Nach dem Bruch eines Damms der Rur ist im nordrhein-westfälischen Wassenberg im Kreis Heinsberg der Stadtteil Ophoven evakuiert worden. Die Lage war am frühen Morgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Der zuständigen Kreispolizei Heinsberg und der Bezirksregierung Köln waren am Morgen aber keine besonderen Vorkommnisse aus der Nacht bekannt.

Nordrhein-Westfalen, Ophoven: Menschen verladen Säcke mit einem Bagger. Im Kreis Heinsberg ist nach der Unwetterkatastrophe der vergangenen Tage ein Damm der Rur gebrochen. In Wassenberg musste ein Ort evakuiert werden.
Nordrhein-Westfalen, Ophoven: Menschen verladen Säcke mit einem Bagger. Im Kreis Heinsberg ist nach der Unwetterkatastrophe der vergangenen Tage ein Damm der Rur gebrochen. In Wassenberg musste ein Ort evakuiert werden. | Bild: Dennis Lloyd Brätsch,dpa

Wie die Bezirksregierung am Freitagabend mitgeteilt hatte, waren rund 700 Anwohner von der Evakuierung betroffen. Für zwei weitere Stadtteile – Effeld und Steinkirchen – gab es in der Nacht weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte. „Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit“, teilte die Stadt Wassenberg am frühen Samstagmorgen mit.

Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt.

Samstag, 17. Juli, 7.30 Uhr: Zahl der Toten nach Hochwasserkatastrophe steigt auf über 130

Die Wassermassen gehen zurück, doch die Lage in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bleibt stark angespannt und unübersichtlich. Nur nach und nach wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich. Die Zahl der Toten ist auf mehr als 130 gestiegen. Die Polizei bezifferte allein die Zahl der Todesopfer im Großraum Ahrweiler bis Samstagmorgen auf über 90. Es sei zu befürchten, dass noch weitere hinzukämen, teilte die Polizei Koblenz am Samstag mit.

Noch immer werden Menschen vermisst. Mit Angaben zur Zahl der Vermissten hielten sich die Behörden überwiegend zurück. Da in mehreren Gegenden das Mobilfunknetz und die Telefonleitungen ausgefallen waren, gab es keine Möglichkeit der telefonischen Kontaktnachverfolgung.

Im Kreis Heinsberg in NRW brach ein Damm an der Rur. Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Nordrhein-Westfalen, Ophoven: Menschen verladen Säcke mit einem Bagger. Im Kreis Heinsberg ist nach der Unwetterkatastrophe der vergangenen Tage ein Damm der Rur gebrochen. In Wassenberg musste ein Ort evakuiert werden.
Nordrhein-Westfalen, Ophoven: Menschen verladen Säcke mit einem Bagger. Im Kreis Heinsberg ist nach der Unwetterkatastrophe der vergangenen Tage ein Damm der Rur gebrochen. In Wassenberg musste ein Ort evakuiert werden. | Bild: Dennis Lloyd Brätsch,dpa

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 16. Juli:

23 Uhr: Steinbachtalsperre in Euskirchen: Rückkehr in Ortschaften am Sonntag

Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Es werde aktuell davon ausgegangen, dass im Laufe des Sonntags eine Rückkehr in die evakuierten Ortschaften möglich ist, heißt es in einer Mitteilung vom Freitagabend. Voraussetzung sei eine gleichbleibende Wetterlage.

Am Freitag war zuvor mitgeteilt worden, dass nach Informationen der Bezirksregierung Köln der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre freigelegt sei. Über diese Öffnung könne Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken.

21.45 Uhr: Wegen Unwetterkatastrophe Trauerbeflaggung in NRW

Als Zeichen der Trauer um die Opfer der Unwetterkatastrophe hängen die Flaggen in Nordrhein-Westfalen von Freitag bis Montag auf Halbmast. Eine entsprechende Anordnung erteilte Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Die Anordnung gilt demnach für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie weitere Einrichtungen, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

Am Freitag hingen bereits die Flaggen im ebenfalls stark von Hochwasser betroffenen Rheinland-Pfalz auf Halbmast.

21 Uhr: Bedrohte Steinbachtalsperre in Euskirchen – Grundablass nicht mehr verstopft

Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken.

Das Technische Hilfswerk (THW) pumpte zusätzlich Wasser ab. Am Nachmittag hatte der Kreis gemeldet, dass eine Drohne keine kritischen Risse an dem Bauwerk entdeckt hatte. Der Kreis schätzte die Lage aber weiterhin kritisch ein.

Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bleiben evakuiert. Der Kreis warnte die Bewohner davor, in die Häuser zurückzukehren. „Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt“, hieß es in der Mitteilung.

20.19 Uhr: NRW-Finanzverwaltung setzt Katastrophenerlass in Kraft

Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung hat zur Entlastung der vom Unwetter betroffenen Bürger einen Katastrophenerlass in Kraft gesetzt. Laut Mitteilung von Freitag sind mit dem Erlass über 30 steuerliche Unterstützungsmaßnahmen möglich. So können die Wirtschaft und Privatpersonen Sonderabschreibungsmöglichkeiten für den Wiederaufbau nutzen. Auch die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung und die Beseitigung von Schäden am selbst genutzten Wohneigentum kann als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt werden.

Auch sollen die Finanzämter den betroffenen Steuerzahlern mit Stundungen von Steuern und geminderten Vorauszahlungen entgegenkommen. „Mit den Maßnahmen aus dem Katastrophenerlass können wir schnell und unbürokratisch dort helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird. Die unmittelbare Unterstützung für betroffene Bürgerinnen und Bürger steht für uns an erster Stelle“, so Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU).

19.45 Uhr: Steinmeier und Laschet besuchen von Hochwasser betroffenen Rhein-Erft-Kreis

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchen am Samstag den besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Rhein-Erft-Kreis. In Erftstadt wollen sich Steinmeier und Laschet nach Angaben der Düsseldorfer Staatskanzlei und des Bundespräsidialamts ein Bild der Zerstörungen vor Ort machen und mit Helfern sprechen. Anschließend (13.30 Uhr) soll es in der Feuerwehrleitzentrale von Erftstadt Statements der Politiker geben.

Steinmeier hatte angesichts der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen am Freitag von einer „Tragödie“ gesprochen, die ihn „fassungslos“ mache. Laschet sprach von einer „Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“. Durch die Überschwemmungen kamen in den beiden Bundesländern mehr als hundert Menschen ums Leben, zahlreiche weitere werden vermisst. In vielen betroffenen Orten war die Lage am Freitag weiter unübersichtlich, darunter auch in Erftstadt, wo der über die Ufer getretene Fluss Erft zahlreiche Häuser unterspült und zum Einsturz gebracht hatte.

19.10 Uhr: 58-Jähriger von Wassermassen mitgerissen – RWE gibt Suche nach in Tagebau vermisstem Mitarbeiter auf

Der Energiekonzern RWE hat die Suche nach einem im Tagebau Inden von Wassermassen mitgerissenen Mitarbeiter aufgegeben. Alle Anstrengungen, den 58-Jährigen zu finden, „sind leider ohne Erfolg geblieben“, teilte der Konzern am Freitagnachmittag mit. Vermutlich könne nicht mehr davon ausgegangen werden, den Mitarbeiter noch lebend zu finden.

Die Hochwasser führende Inde hatte bei Lamersdorf in Nordrhein-Westfalen einen Deich überspült und war anschließend in den Tagebau eingedrungen. Der Mann, der bei einer Partnerfirma beschäftigt war, wurde demnach von den Wassermassen mitgerissen. Am Donnerstag und Freitag sei stundenlang mit Hilfe von Drohnen, einem Polizeihubschrauber, einer Hundestaffel und einem Suchboot nach dem Vermissten gesucht worden. In den kommenden Tagen werde weiter versucht, den Mitarbeiter zu bergen.

18.43 Uhr: Nach Unwetter weiterhin über 100 000 Menschen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter auch am Freitagnachmittag noch rund 102.000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter und die daraus entstandenen Überflutungen sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie in Essen mit.

In der Spitze lag die Zahl der nicht mit Strom versorgten Menschen laut Westenergie sogar bei 200.000. Doch sei es durch die Wiedereinschaltung von Anlagen, Umleitungen und Notstromaggregate mittlerweile gelungen, in zahlreichen Fällen die Stromversorgung wieder herzustellen.

17.34 Uhr: Merkel erwägt baldigen Besuch in Katastrophengebiet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag nach der Teilnahme Merkels an einer Videokonferenz des Landeskrisenstabs Rheinland-Pfalz mitteilte, ist die Bundeskanzlerin mit der Landesregierung über einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet im Gespräch.

Merkel habe sich im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Vertretern der Einsatzkräfte und Landesministerien über die aktuelle Lage in den Katastrophengebieten und den Stand der Rettungsarbeiten informiert. Die Bundeskanzlerin habe den betroffenen Menschen in Rheinland-Pfalz die kurz- ebenso wie langfristige Unterstützung des Bundes zugesichert.

17.29 Uhr: Warnung vor Starkregen mit Überschwemmungen auch in Bayern

Angesichts einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Starkregen im Südosten Bayerns sind am Wochenende Überschwemmungen nicht ausgeschlossen. Vom Sonntagmorgen an werde vor allem an der Donau im Bereich Passau mit Hochwasser und Überschwemmungen gerechnet, teilte der Hochwassernachrichtendienst (HND) am Freitag mit. Es sei dabei nicht ausgeschlossen, dass auch bebaute Grundstücke oder Keller überflutet werden, sagte eine Sprecherin. „Dieser Trend ist aber noch mit Unsicherheit behaftet.“

Die Stadt Passau warnte am Freitag auf ihrer Internetseite vor einem Hochwasser der Meldestufe drei. Auch in Neu-Ulm warnte die Stadt Anwohner zweier Stadtteile vor Hochwasser und einem steigenden Grundwasserspiegel. Konkrete Vorhersagen kündigte die HND-Sprecherin für Samstag und Sonntag an.

16.49 Uhr: Eine tote Person im Rhein-Erft-Kreis bestätigt – weitere befürchtet

Der Verwaltung des vom Hochwasser stark betroffenen Rhein-Erft-Kreises ist bislang ein Todesopfer bekannt. Dies sei von der Stadt Erftstadt gemeldet worden, berichtete eine Sprecherin am Freitag. Es sei aber zu befürchten, dass es noch weitere Opfer gebe. So sei unklar, ob es alle Autofahrer noch rechtzeitig aus ihren Wagen schafften, als sie auf der B265 von Wassermassen überrascht wurden.

16.15 Uhr: Der Überblick am Freitagnachmittag: Das ist der aktuelle Stand im Westen Deutschlands

Infolge der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind mehr als hundert Menschen gestorben. Da die Lage auch zur Stunde unübersichtlich bleibt und weiter viele Menschen vermisst werden, droht noch ein weiterer Anstieg der Zahl der Toten. Auch im benachbarten Belgien starben mindestens 18 Menschen.

Malu Dreyer bezifferte die Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz auf mindestens 60, ein Sprecher des Landesinnenministeriums sprach am Freitagnachmittag von mindestens 63 Toten. Darunter waren auch zwölf Bewohner eines Behindertenwohnheims in Sinzig, die nicht mehr evakuiert werden konnten und hilflos ertranken. Armin Laschet bezifferte die Zahl der Toten in Nordrhein-Westfalen auf mindestens 43.

Das Behindertenwohnheim in Sinzig. Starkregen führte auch hier zu extremen Überschwemmungen. Aufgrund des schnell steigenden Wassers konnten zwölf Menschen nicht mehr vor den Fluten der Ahr gerettet werden.
Das Behindertenwohnheim in Sinzig. Starkregen führte auch hier zu extremen Überschwemmungen. Aufgrund des schnell steigenden Wassers konnten zwölf Menschen nicht mehr vor den Fluten der Ahr gerettet werden. | Bild: Thomas Frey, dpa

Die Infrastruktur in den betroffenen Gebieten fiel zeitweise vollständig aus. Dazu kommen eine Reihe zerstörter oder nicht benutzbarer Straßen und Bahnstrecken. Allein die Polizei in Koblenz nannte 13 verschiedene Straßen, darunter die Bundesstraße 257 und sechs Landstraßen, die gesperrt oder streckenweise unbefahrbar waren. Dreyer sagte nach einer Sondersitzung ihres Kabinetts, sie sehe die Lage noch nicht unter Kontrolle, es könne noch keine Entwarnung gegeben werden. In Nordrhein-Westfalen sind nach Regierungsangaben 25 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Laschet sagte, er fürchte, dass es mehr als die 43 Todesfälle gebe. Es werde „große finanzielle Anstrengungen brauchen“.

15.55 Uhr: So können Sie jetzt Flutopfern helfen

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands brauchen viele Betroffene Hilfe. Aufräumen ist vielerorts noch zu gefährlich. Wer Angehörige vermisst sollte sich an die Polizei wenden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bittet außerdem, sich bei zuständigen Städten und Gemeinden über die aktuelle Lage zu informieren.

Auch, wenn es schwer fällt: Keine Hilfe sind Reisen in das Katastrophengebiet. Denn die Gefahr ist groß, dass sich weitere Menschen damit in Gefahr bringen. Helfen können Bürger aber zum Beispiel mit Spenden: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ist in der Wasserrettung im Einsatz. Unterstützung können auch die großen Hilfsorganisationen an verschiedenen Orten gebrauchen. Das Deutsche Rote Kreuz kümmert sich unter anderem um Sanitätsdienst, Betreuung, Unterbringung und Verpflegung. Auch die Caritas international ruft zu Spenden auf. Viele kleinere Organisationen nehmen selbstverständlich ebenfalls Spenden entgegen. Ausführliche Informationen finden Sie hier, der Artikel ist für alle Leser freigeschaltet.

Menschen, die jetzt Spenden möchten, können sich auch an die jeweiligen Kreise wenden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat diese auf seiner Homepage aufgelistet. Die Kreise haben Bürgertelefone eingerichtet oder veröffentlichen Informationen auf ihren Homepages.

15.30 Uhr: Mindestens 362 Verletzte im Kreis Ahrweiler

Im Kreis Ahrweiler sind mindestens 362 Menschen verletzt worden. Diese Zahl könne sich aber noch weiter erhöhen, teilte die Polizei in Koblenz mit. Dies gelte auch für die Toten, die das Innenministerium zuletzt mit 63 angegeben hatte.

15 Uhr: Dramatische Bilder aus den Hochwasser-Gebieten

Dramatische Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: Bei der Hochwasser-Katastrophe haben die Wassermassen teils ganze Dörfer zerstört. Auch im Südwesten sorgten Unwetter teils für Überschwemmungen – und auch in Belgien und der Schweiz kämpfen die Menschen gegen die Fluten. Diese Bilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

14.22 Uhr: Mindestens 63 Tote in Rheinland-Pfalz

Die Hochwasserkatastrophe hat in Rheinland-Pfalz mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl werde vermutlich noch steigen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz. Eine nicht genau bekannte Zahl von Menschen wird noch vermisst. Allein in der Verbandsgemeinde Adenau (Kreis Ahrweiler) waren dies etwa 30 Bewohner.

Rheinland-Pfalz, Kordel: Die Menschen räumen die Schäden nach dem Hochwasser der Kyll auf.
Rheinland-Pfalz, Kordel: Die Menschen räumen die Schäden nach dem Hochwasser der Kyll auf. | Bild: Harald Tittel

„Das Leid nimmt auch gar kein Ende“, sagte Dreyer bei einem Besuch der Berufsfeuerwehr in Trier. Die Zahl der Toten steige weiter. Überall gehe jetzt das Wasser zurück, daher würden nun Menschen gefunden, die bei der Katastrophe ertrunken seien. „Und da könnte man eigentlich nur noch weinen. Das ist ein Horror.“

14.09 Uhr: Unwettergefahr nimmt am Wochenende allmählich ab

In den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten Deutschlands dürften die Menschen sehnsüchtig auf diese Prognose des Deutschen Wetterdienstes gewartet haben: Die Unwettergefahr nimmt am Wochenende von Nordwesten her allmählich ab. Allerdings sorgt Tief „Bernd“ am Freitag immer noch für Schauer, Gewitter und Dauerregen an den Alpen. Unwetter treten aber im Vergleich zu den vergangenen Tagen „nur“ lokal auf, hieß es. Im Südwesten wurden auch am Freitag noch Schauer oder Gewitter mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter und Stunde erwartet.

Am Wochenende bringt das Hoch „Dana“ von Nordwesten her zögerlich Wetterbesserung ins Landesinnere. Dabei gelangt zunehmend stabilere und trockenere Luft nach Deutschland. Das Unwettertief „Bernd“ werde dann langsam ost- und südostwärts abgedrängt, hieß es. Die Stark- oder Dauerregenfälle sind dann noch in der Südosthälfte zu erwarten. An den Alpen könne es allerdings zu Dauerregen kommen. Bis Sonntagabend sind dort 70 bis 90, an den östlichen Alpen um 120 Liter pro Quadratmeter in 48 Stunden möglich.

13.45 Uhr: Laschet: Überschwemmungen sind „Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die Überschwemmungen in Westdeutschland als „Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“ bezeichnet. „Ein Jahrhundertunwetter hat unser Land getroffen“, sagte Laschet. Die Wassermassen hätten „undenkbare Schäden verursacht“ und „weiträumige Evakuierungen“ nötig gemacht. Insgesamt sind in Nordrhein-Westfalen nach Regierungsangaben 25 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen.

Ein Verkehrsschild liegt umgekippt im nordrhein-westfälischen Gemünd am Straßenrand, nach dem die Urft über die Ufer getreten war.
Ein Verkehrsschild liegt umgekippt im nordrhein-westfälischen Gemünd am Straßenrand, nach dem die Urft über die Ufer getreten war. | Bild: Oliver Berg, dpa

Im bevölkerungsstärksten Bundesland kamen mindestens 43 Menschen ums Leben. „Und es steht zu befürchten, dass es mehr werden“, sagte Laschet.

13.27 Uhr: Gefahr an Steinbachtalsperre: Evakuierung von Swisttal abgeschlossen

Die Evakuierung von etwa 2000 Menschen in Swisttal im Süden von Nordrhein-Westfalen ist abgeschlossen. Das teilte der Rhein-Sieg-Kreis am Freitag mit. Die Gefahr von Hochwasser durch ein Durchbrechen der Staumauer der Steinbachtalsperre bestehe weiterhin.

Im Ortsteil Odendorf seien zwei Seniorenheime evakuiert worden. Mehr als 80 Bewohnerinnen und Bewohner seien in andere Heime oder in Krankenhäuser gebracht worden. Zurzeit werde die Verlegung der rund 2000 betroffenen Menschen aus den Betreuungsstationen in andere Einrichtungen organisiert, in denen ein längerere Aufenthalt möglich ist.

13.11 Uhr: Teile von A1-Standstreifen brechen ab und stürzen in die Erft

In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken mit einem Knacken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

12.15 Uhr: Der Überblick am Freitagmittag: Das ist der aktuelle Stand im Westen Deutschlands

Nach den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Toten weiter. Außerdem werden noch viele Menschen vermisst. In Erftstadt stürzen unterspülte Häuser ein.

Bislang sind 93 Todesopfer zu beklagen. In Rheinland-Pfalz kamen in den Fluten mindestens 50 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43. Die Zahl dürfte sich angesichts einer hohen Zahl von Vermissten noch erhöhen.

Nach Polizeiangaben würden in Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst, sagte Innenminister Roger Lewentz am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Stundenlanger Starkregen hatte zu den verheerenden Überschwemmungen in mehreren Regionen geführt. Die Regierungen der beiden betroffenen Bundesländer kamen zu Sondersitzungen zusammen.

Dramatische Situation in Erftstadt-Blessem

Dramatisch war die Situation am Freitagvormittag in Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln. Dort wurden Häuser unterspült und stürzten ein. „Es gibt Todesopfer“, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln.

Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem.
Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem. | Bild: Rhein-Erft-Kreis/dpa

Von der Bezirksregierung verbreitete Luftbilder und Fotos von dpa-Fotografen zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Häuser wurden mitgerissen und verschwanden. Autos lagen in neu entstandenen riesigen Erdlöchern neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation.

Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden, hatte die Behörde zuvor mitgeteilt. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Das dortige Innenministerium sprach am Freitag von 43 Toten. Die Feuerwehr rettete am Donnerstagabend im Kreis Heinsberg drei schwer verletzte Menschen aus dem Fluss Wurm, die zu ertrinken drohten.

Nordrhein-Westfalen, Gemünd: Wasser läuft über die Staumauer an der Urfttalsperre.
Nordrhein-Westfalen, Gemünd: Wasser läuft über die Staumauer an der Urfttalsperre. | Bild: Oliver Berg, dpa

In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe. Allein im Dorf Schuld an der Ahr mit 700 Einwohnern wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen, zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel sowie im Landkreis Trier-Saarburg.

Rheinland-Pfalz, Schuld: Weitgehend zerstört und überflutet ist das Dorf im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter mit Hochwasser (Aufnahme mit einer Drohne).
Rheinland-Pfalz, Schuld: Weitgehend zerstört und überflutet ist das Dorf im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter mit Hochwasser (Aufnahme mit einer Drohne). | Bild: Boris Roessler, dpa

Zur Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz: „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden.“ Die Bergungsarbeiten liefen weiter. Der Kreis Ahrweiler hatte von 1300 Vermissten im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte das auch mit dem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang; viele Menschen seien nicht erreichbar.

In der Schweiz steigen die Pegel

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist der Zugverkehr stark beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken seien komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, teilte die Deutsche Bahn am Freitag mit.

Auch mit Hochwasser zu kämpfen haben Nachbarländer Deutschlands. In der Schweiz stiegen Flusspegel nach starken Regenfällen stark an. Im Kanton Schaffhausen überschwemmten laut der Nachrichtenagentur Keystone-sda angeschwollene Bäche die Dörfer Schleitheim und Beggingen.

Belgien, Ensival: Arbeiter beseitigen die Hochwasserschäden. In den Provinzen Lüttich, Luxemburg und Namur wurde nach starken Regenfällen der provinzielle Katastrophenplan ausgerufen.
Belgien, Ensival: Arbeiter beseitigen die Hochwasserschäden. In den Provinzen Lüttich, Luxemburg und Namur wurde nach starken Regenfällen der provinzielle Katastrophenplan ausgerufen. | Bild: BRUNO FAHY

Wassermassen flossen durch Straßen, in Keller, rissen Fahrzeuge mit und zerstörten kleinere Brücken. In Belgien wurden entlang der Maas vorbeugend Menschen aus einigen Gemeinden in Sicherheit gebracht, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. (dpa / sk)