Vor dem Schwimmen gar nichts essen, lautet die Regel, oder? Nicht ganz. Einige sommerliche Fakten im Check:

Bei Hitze helfen kalte Getränke.

BEWERTUNG: Falsch.

FAKTEN: Im ersten Moment wirkt eine eiskalte Limo erfrischend, klar. Doch der Körper erhält dadurch das Signal: Achtung, Kälte! Also fährt er die Wärmeregulierung hoch, und man schwitzt noch mehr. Am besten trinkt man bei Hitze tatsächlich lauwarmes Wasser – regelmäßig und in ausreichender Menge. Auch beim Duschen gilt: Lauwarm ist besser als kalt, wenn man nicht gleich danach wieder schwitzen möchte.

Viel trinken ist wichtig – das stimmt. Eiskalte Getränke sollte man jedoch vermeiden.
Viel trinken ist wichtig – das stimmt. Eiskalte Getränke sollte man jedoch vermeiden. | Bild: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Auf dem Wasser bekommt man schneller einen Sonnenbrand.

BEWERTUNG: Stimmt.

FAKTEN: „Wasser wirkt in gewisser Weise wie ein Spiegel“, erklärt Physikprofessor Frank Stienkemeier von der Universität Freiburg. So bekomme man die reflektierte Strahlung aus verschiedenen Richtungen und damit viel mehr davon ab – wenn man etwa auf einer Luftmatratze über den See dümpelt. Zum einen gefährden die kurzwelligen und energiereichen UVB-Strahlen unsere Haut im Wasser, da ihre Kraft bis kurz unter die Wasseroberfläche reicht. Zum anderen besteht für die Körperteile oberhalb der Wasserlinie eine zusätzliche Bedrohung durch die sogenannte Streustrahlung, die durch Reflektionen auf der Wasseroberfläche entsteht Diesen Effekt sollte man also berücksichtigen, um sich auf dem Wasser angemessen gegen die Sonne zu schützen.

Eine Frau steht in Meersburg am Ufer des Bodensees. Bei den hohen Temperaturen scheuen viele den Gang zur Blutspende.
Die Gefahr, einen Sonnenbrand in oder auf dem Wasser zu bekommen, ist mindestens genauso groß wie an Land, wenn nicht sogar größer. | Bild: Felix Kästle (dpa)

Wenn man abends kein Licht im Schlafzimmer einschaltet, kommen keine Mücken rein.

BEWERTUNG: Hilft nicht gegen Mücken, aber gegen Nachtinsekten.

FAKTEN: Mücken sehen nicht allzu gut. Sie orientieren sich vorwiegend an Gerüchen wie etwa Schweiß oder Parfüm. Auf der Suche nach einer Blut-Mahlzeit checken die weiblichen Stechmücken, wo der Kohlendioxidgehalt der Luft besonders hoch ist. So finden sie Schlafende, die CO2 ausatmen. Die Lampe auszuschalten, ergibt allerdings Sinn, um Nachtinsekten wie Motten draußen zu halten. Die werden nämlich von Licht angezogen.

Hunderte Mücken fliegen kurz nach Sonnenuntergang an einem Zaun.
Im Gegensatz zu anderen Insekten wie Motten lockt der Lampenschein keine Mücken an. Wenn es aber dunkel ist, zieht unser Geruch sie magisch an. | Bild: dpa

Mit vollem Bauch soll man nicht ins Wasser gehen.

BEWERTUNG: Stimmt mehr oder weniger.

FAKTEN: Wenn man gerade richtig reingehauen hat, ist Schwimmen keine gute Idee. „Bei vollem Magen nach dem Essen verwendet der Körper viel Energie auf die Verdauung. Blut wird vermehrt in den Verdauungstrakt geleitet, zulasten von Muskulatur und Gehirn“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Allerdings ist ein ganz leerer Magen auch problematisch. Dann fehle „die nötige Energie für die Bewegung im Wasser“, so die DLRG. Etwas Kleines vor dem Schwimmen zu essen, ist demnach eine gute Idee.

Ein junger Mann springt von einer Plattform aus in einen zum Schwimmen abgesperrten Bereich der Kieler Förde.
Nach einem kleinen Snack spricht nichts gegen einen Sprung ins kühle Nass. Ein voller Bauch hingegen braucht viel Energie zur Verdauung. | Bild: Axel Heimken/dpa

Im Sommer sollte man keine dunkle Kleidung tragen.

BEWERTUNG: Das kommt auf verschiedene Faktoren an.

FAKTEN: Weißes wirft das Licht zurück, Schwarzes nimmt es auf. Da erscheint es logisch, bei strahlendem Sonnenschein helle Kleidung zu tragen. Weil die Strahlen reflektiert werden und man deshalb nicht so schwitzt. Doch es kann noch ein anderer Faktor ins Spiel kommen: „Der Körper kühlt, indem er Wärme abstrahlt. Sie wird auf die Haut zurückgeworfen, wenn man helle Kleidung trägt“, sagt Physiker Stienkemeier. Dunkle lockere Kleidung kann also hier von Vorteil sein. Anders sieht es bei eng anliegenden dunklen Klamotten aus. „Sie heizen sich in der Sonne stark auf und geben die Wärme direkt an die Haut ab“, so der Experte. Außerdem hänge viel von der Dicke des Stoffes ab. (dpa)