Die Staatsanwaltschaft verfolgte die sechsstellige Summe zu Unternehmen für Zahlungsabwicklungen zurück, welche mit Porno-Webseiten verbunden sind, die Live-Sex-Shows anbieten, wie die „Times of Malta“ am Freitag berichtete. Der Beschuldigte soll Polizeiermittlern gesagt haben, er habe das Geld nach einer „sexuellen Krise“ ausgegeben.

Über zahn Jahre hinweg angeblich 500.000 Euro veruntreut

Der Priester aus einer Pfarrei im Süden des kleinsten EU-Landes muss sich vor Gericht wegen Veruntreuung und Geldwäsche über einen Zeitraum von zehn Jahren verantworten. Er bekenne sich in allen Punkten für nicht schuldig. Die maltesische Ortskirche suspendierte ihn wegen des laufenden Verfahrens.

150.000 davon angeblich für Pornos ausgegeben

Vor Gericht wurde bekannt, dass der Angeklagte Hunderttausende von Euro auf mehreren Bankkonten hatte, obwohl er lediglich ein Jahresgehalt von etwa 20.000 Euro bezog. Daneben besaß er eine Sammlung von fünf Motorrädern und zwei Autos. Außerdem wurde im Prozess bekannt, dass er Schecks über mehrere Tausend Euro von einem Mann aus der Pfarrei bekam, der zur Zeit ihrer Ausstellung Demenz hatte. Mittlerweile ist dieser gestorben. Laut Staatsanwaltschaft, erklärte der Priester, die Schecks seien eine Rückgabe für Spenden gewesen, die der ältere Mann zuvor erhielt. Das Scheck-Geld soll demnach für wohltätige Organisationen bestimmt gewesen sein.

(dpa)