Unter dem Eindruck einer Reise zu pakistanischen Flutopfern zeigt sich Angelina Jolie bestürzt über die Ausmaße der Katastrophe. «Die Verwüstung in Sindh ist schockierend», sagte die Schauspielerin nach ihrem Besuch in einem der besonders betroffenen Gebiete des Landes. «In meinem ganzen Leben habe ich so etwas noch nie gesehen.» Familien schliefen unter freiem Himmel und hätten alles verloren.

Seit Mitte Juni wird Pakistan von ungewöhnlich heftigen Regenfällen heimgesucht. Ein Drittel des südasiatischen Landes steht unter Wasser. Insgesamt sind 33 Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen. Das Wasser zerstörte Häuser, Straßen, Brücken und landwirtschaftliche Flächen. Fast 1600 Menschen verloren nach offiziellen Angaben bisher ihr Leben. Millionen von Menschen mussten außerdem wegen Infektionskrankheiten behandelt werden, die sich im Wasser ausbreiten - wie Malaria, Cholera oder Durchfall.

«Eine Katastrophe in Form einer Epidemie wartet auf uns», warnte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif in einem Interview. Mit eindringlichen Worten bat er die Weltgemeinschaft um Unterstützung. In Pakistan «bricht die Hölle los», wenn das Land bald nicht mehr Unterstützung bei der Bewältigung der Flutkatastrophe erhält, so der Premierminister.

Experten machen den Klimawandel für die Zunahme von Naturkatastrophen in dem Land verantwortlich. Pakistan gehört zu den Ländern, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind, auch wenn es selbst kaum dazu beigetragen hat. Angelina Jolie fordert die Weltgemeinschaft angesichts ihres Besuchs zum dringenden Handeln auf: «Es ist an der Zeit, dass die Welt auf diese Krise aufmerksam wird und Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreift», sagte die Schauspielerin. «Wir können die Folgen nicht länger ignorieren.»