• Der Geruch... Wenn das ganze Viertel von Grillschwaden durchzogen ist, fühlt mancher sich eher an die Pommes-Station eines prominenten Burgerbraters oder eine Kneipenküche abends um zehn auf Hochtouren erinnert. Es kokelt in den Gärten bis in die Nacht hinein, der Wind treibt die Fettdämpfe durch die Straßen. Man muss kein Hardcore-Veganer sein, um das ätzend zu finden.
Im Sommer wird draußen gegrillt. Nicht jeden freut‘s.
Im Sommer wird draußen gegrillt. Nicht jeden freut‘s. | Bild: Monique Wüstenhagen/dpa
  • Ständiges Grillen geht nur mit Billigfleisch: Wenn sich die Truppe jeden Abend ums Feuer oder den Gasgrill trifft, ist das zwar gut für die Gruppenbildung. Das geht aber nur noch mit Billigfleisch. Täglich Wagyu-Beef oder zarte Steaks vom Bio-Weiderind, das wird dann doch zu teuer. Statt dessen also überlagerte, in Paprika marinierte Schweinenackensteaks von unglücklichen, gequälten Tieren, die von ausgebeuteten osteuropäischen Arbeitern zugerichtet wurden. Und das soll schmecken? War da mal was mit Tönnies-Skandal? Bevor sich die Falschen aufregen: Leute, die im Smoker bestes Fleisch vom örtlichen Metzger mit Genuss und Zeit zur Vollendung braten, sind von dieser Kritik natürlich ausgenommen.
Nordrhein-Westfalen, Rheda-Wiedenbrück: Gebäude der Firma Tönnies.
Nordrhein-Westfalen, Rheda-Wiedenbrück: Gebäude der Firma Tönnies. | Bild: Guido Kirchner/dpa
  • Wie langweilig! Im Sommer kann man so herrliche Dinge kochen. Die Kunst des Picknicks ist völlig aus der Mode gekommen. Roter Kopfsalat, griechischer Bauernsalat, Kichererbsen oder auch mal ein schöner selbstgemachter Kartoffelsalat, Fingerfood – all das gerät im nationalen Fleischwahn in Vergessenheit. So schade drum! Schauen wir doch mal zu unseren mediterranen Nachbarn. Die zaubern großartige Vorspeiseplatten, die je nach Land Antipasti, Meze, Tapas oder sonstwie heißen. Allen gemein: hübsche kleine Dinge, die bei Hitze toll schmecken, lange sattmachen und noch dazu appetitlich aussehen. Gefüllte Weinblätter, Hummus... ich muss aufhören. Bekomme schon wieder Hunger.

Zahlen und Fakten zum Grillen

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  • Zu viel Fleisch ist ungesund: Ja, Sie wissen das alles längst. Aber es schmeckt halt so gut. Schon klar, es gibt Exemplare wie den Polizisten Eberhofer Franz, der in seinen Bayern-Krimis ohne drei Leberkäs-Semmeln mit ordentlich Senf drauf einfach nicht ermitteln kann. Geschenkt. Aber selbst Eberhofer geriet im jüngsten Krimi in gesundheitliche Nöte und hing wie ein nasser Sack an einer Leiter. Das falsche Fett, zu viel tierisches Einweiß, zu viel Salz, zu wenig Gemüse – ewig machen das die Gefäße auch nicht mit. Auch nicht bei einem echten Bayer aus Niederkaltenkirchen.
Nein, für mich keine Karotten: Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) im Film „Leberkäsjunkie“, mit Paul (Luis Sosnowski, re.) und Hund Ludwig.
Nein, für mich keine Karotten: Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) im Film „Leberkäsjunkie“, mit Paul (Luis Sosnowski, re.) und Hund Ludwig. | Bild: ARD Das Erste
  • Die Putzerei ist die Pest: Grillen in der Gruppe kann ja echt mal gemütlich sein. Wenn da aber zehn Leute Steaks, Würste, Fisch, Grillkäse und Grillgemüse über den Rost haben laufen lassen, dann ist das Putzen am Tag danach Schwerstarbeit. Die Krusten kleben, als seien sie schon bei der Produktion des Rostes fest eingebacken worden. Man versucht es erst mit Einweichen, dann mit Fluchen und Schrubben, dann mit schärferen Mitteln, sprich Grillreiniger. Dieses Zeug ist zum Teil so beinhart, da muss man Handschuhe nehmen, und es entstehen aggressive Dämpfe. Mit Gemüse-Risotto wäre das nicht passiert!
Diesen Rost zu putzen, das wird hart...
Diesen Rost zu putzen, das wird hart... | Bild: kirahoffmann - stock.adobe.com

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