Die Deutschen lieben ihr Bier. Auch wenn in der Corona-Krise weniger Bier getrunken wurde als in normalen Zeiten: Die Krise scheint langsam zu Ende zu gehen und der Sommer steht an.

Beim Bier sind die Deutschen heimatverbunden, das fand eine Studie von YouGov heraus. Getrunken wird am liebsten das, was im eigenen Bundesland gebraut wird.

In Bremen ist Beck‘s mit 40 Prozent Marktführer, in Baden-Württemberg mit 25 Prozent das „Tannenzäpfle“ aus Rothaus und in Sachsen mit 26 Prozent Marktanteil das „Radeberger“.

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Krombacher

Ein Glas Krombacher-Pils.
Ein Glas Krombacher-Pils. | Bild: Caroline Seidel/dpa

Lange Zeit das Lieblingsbier der Deutschen. Die Brauerei liegt im Siegerland in der Stadt Kreuztal in Nordrhein-Westfalen. Dem Unternehmen hat auch die Marken- und Vertriebsrechte für Schweppes und Vitamalz, falls also mal Promillefreies angesagt ist. Produktion in normalen Zeiten (2018): über 6 Millionen Hektoliter.

Krombach im Siegerland.
Krombach im Siegerland. | Bild: philippschumach - stock.adobe.com

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Rothaus

Bild: Staatsbrauerei Rothaus

Aus diesem Ortsteil von Grafenhausen im Schwarzwald kommt das Tannenzäpfle, das Leib- und Magenbier vieler Badener. Die Brauerei hat Tradition: Gegründet wurde sie 1791. Der Bonndorfer Fürstabt Martin Gerbert gab den Anstoß dazu, angeblich, weil die Mönche den Schwarzwäldern das Schnapstrinken abgewöhnen wollten. Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsbrauerei Rothaus ist der Minister für ländlichen Raum Peter Hauk (CDU). Whisky gibt es auch. Bierausstoß nach den letzten Zahlen: 710.000 Hektoliter (2017).

Grafenhausen im Schwarzwald.
Grafenhausen im Schwarzwald. | Bild: stefanasal

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Waldhaus

Bild: Brauerei Waldhaus

Die kleine Alternative zum Rothaus-Bier. Waldhaus ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilheim am südlichen Rand des Hotzenwaldes. 15 Sorten werden hier produziert. Auf die Biere von Dieter Schmid schwören viele Heimatverbundene. Beliebt zum Einkehren an der B 500 auch bei Sonntagsausflüglern und Motorradfahrern. Sie ist klein, aber fein. Ausstoß: 100.000 Hektoliter im Jahr.

Die Privatbrauerei Waldhaus heute.
Die Privatbrauerei Waldhaus heute. | Bild: Bingold

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Fürstenberg

Bild: Fürstenberg Brauerei

Das Fürstenberg-Bier in Donaueschingen gibt es seit 1283. Damals erhielt Graf Heinrich I. von Fürstenberg von König Rudolf I. von Habsburg die Landgrafenrechte und die Landgrafschaft Baar mit Tunôeschingen – dem heutigen Donaueschingen – als Lehen. Damit verbunden war auch das Recht, Bier zu brauen. Ausstoß 2019: etwa 500.000 Hektoliter, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Luftbild von Donaueschingen von der Donauquelle und dem Schloss.
Luftbild von Donaueschingen von der Donauquelle und dem Schloss. | Bild: cityfoto 24 - stock.adobe.com

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Ruppaner

Bild: Ruppaner Brauerei

Das Bier der Konstanzer. Benannt ist es nach dem aus Mengen stammenden Karl Ruppaner. Er erwarb 1872 die Brauerei im Stadtzentrum an der Hussenstraße. Die Familie Ruppaner war seit 1651 in Mengen ansässig und betrieb dort die Brauerei und das Wirtshaus „Zum roten Ochsen“. Heute wird in der Hoheneggstraße direkt am Bodensee gebraut. Und schön sitzen kann man dort auch.

Konstanz, Blick auf Rheintorturm und Konzil.
Konstanz, Blick auf Rheintorturm und Konzil. | Bild: Christina Hanck - stock.adobe.com

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Radeberger

Bild: Radeberger

Weit mehr als die sächsische Biermarke. Heute die größte Brauereigruppe Deutschlands, zu der neben Jever auch Stuttgarter Hofbräu, Berliner Kindl, diverse Kölsch-Marken und viele andere gehören. Das Radeberger-Bier wird immer noch in Radeberg in Sachsen gebraut, rund 17 Kilometer nordöstlich von Dresden entfernt. Ausstoß der gesamten Radeberger-Gruppe: 11,08 Mio. Hektoliter (2020).

Schloss Klippenstein bei Radeberg.
Schloss Klippenstein bei Radeberg. | Bild: Mattoff - stock.adobe.com

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Erdinger

Bild: Erdinger Brauerei

Die Marke der Weißbier-Trinker in Erding nordöstlich von München. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1886. Das Bier gibt‘s nach Wunsch klar oder trübe, dunkel oder hell und heutzutage natürlich auch alkoholfrei. Das Jingle „Des Erdinger Weißbier, das ist hoid a Pracht, hollera“ ist seit den 1970ern unverändert im Einsatz – inklusive respektloser Parodien. Neben den Erdinger Mönchen verstehen sich auch die Franziskaner aufs Bierbrauen. Sie folgen auf Platz 8 der beliebtesten Biere der Deutschen. Ausstoß der Erdinger: 1,7 Millionen Hektoliter, der Franziskaner: 1,25 Millionen.

Erding – Stadtzentrum.
Erding – Stadtzentrum. | Bild: Inspired pictures - stock.adobe.com

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Hasseröder

Hasseröder stammt aus Wernigerode im Harz, ein Ortsteil der Stadt heißt Hasserode. Die Brauerei wurde 1872 unter dem Namen „Zum Auerhahn“ gegründet. Der Auerhahn ist heute noch Wappentier der Brauerei. In Ostdeutschland ist Hasseröder Marktführer. Gehört heute zum belgischen Anheuser-Busch-Konzern. Ausstoß 2017: 2,04 Mio. Hektoliter.

Blick vom Agnesberg auf das Schloss Wernigerode (Harz).
Blick vom Agnesberg auf das Schloss Wernigerode (Harz). | Bild: Jack Demare - stock.adobe.com

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Jever

Ein historisches Schild mit der Aufschrift „Brauerei-Museum“ hängt vor dem Friesischen Brauhaus zu Jever an einer Hauswand im Stadtzentrum.
Ein historisches Schild mit der Aufschrift „Brauerei-Museum“ hängt vor dem Friesischen Brauhaus zu Jever an einer Hauswand im Stadtzentrum. | Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Seit 1848 wird im friesischen Brauhaus zu Jever Bier gebraut. Zur Nordsee ist es hier nicht weit. Das Pilsener macht etwa Dreiviertel des verkauften Bieres aus. Heute gehört die Marke, die das kernige Nordsee-Image mit Strand und Wind perfekt verkörpert, zur Radeberger-Gruppe. Ausstoß: 1,18 Mio Hektoliter (2019).

Hoher Norden: Von hier kommt das Jever-Pils.
Hoher Norden: Von hier kommt das Jever-Pils. | Bild: Markus Hofmann - stock.adobe.com

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Beck‘s Bier

Bild: DPA

... sitzt in Bremen. Bekannt aus den Fernsehwerbungen mit den schicken Segelschiffen, etwa der „Alexander von Humboldt“ mit den knallgrünen Segeln. Ausstoß: 2,5 Millionen Hektoliter, davon 322.000 Hektoliter Beck‘s Gold. (2017).

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Warsteiner

Bild: Warsteiner

... sitzt in Warstein im Sauerland, Nordrhein-Westfalen. Kein Abend in der Gaststätte war früher denkbar, ohne dass nicht einige Teilnehmer der Runde ein Warsteiner im geraden Glas gehabt hätten. Gegründet 1753, heute geführt von Catharina Cramer. Bierausstoß (2017): 2,15 Millionen Hektoliter.

Die Stadt Warstein.
Die Stadt Warstein. | Bild: Modernmovie - stock.adobe.com

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Bitburger

Bild: justblue

Den Slogan „Bitte ein Bit“ kann jede(r) auswendig hersagen. Die Familienbrauerei in Bitburg (Südeifel) in Nordrhein-Westfalen wurde 1817 gegründet. Der Mann auf dem Logo ist übrigens Theobald Simon höchstpersönlich, der 1876 den Versand des Bieres mit Bierkutschen begründete, mit seiner eigenen Unterschrift. Ausstoß: 5,8 Millionen Hektoliter (2020).

Bitburg lohnt nicht nur wegen des Biers einen Besuch.
Bitburg lohnt nicht nur wegen des Biers einen Besuch. | Bild: Janmalburg - stock.adobe.com

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Veltins

...ist nach der Eigentümerfamilie benannt, der Sitz der Brauerei ist in Meschede-Grevenstein im nördlichen Sauerland. Gegründet wurde die Marke 1824. Ausstoß 2017: 2,8 Mio. Hektoliter. Kuriose Bewertungen von der Webseite „Bier-Index“: „Einfach eine Offenbarung, dieses Pils. Wer Veltins nicht mag, läuft am Leben vorbei.“ Und ein anderer: „Kann man jeden Tag den ganzen Tag trinken.“ Das muss man jetzt vielleicht nicht wörtlich nehmen.

Eversberg, ein Ortsteil von Meschede. Von hier kommt das Veltins.
Eversberg, ein Ortsteil von Meschede. Von hier kommt das Veltins. | Bild: Corinnah - stock.adobe.com