Die Corona-Impfungen sollen jetzt auf breiter Front in die Fläche kommen – und die Hoffnungen auf einen Durchbruch für mehr Tempo sind groß. Nach viel Ärger über knappe Impfdosen, wackelige Lieferpläne und komplizierte Terminbuchungen rund um die Impfzentren der Länder geht nun das bundesweite Netz der Praxen an den Start. Und damit ein eingespieltes Nachschub-System über den Großhandel und die Apotheken. In der Woche nach Ostern wollen 35 000 Hausärzte loslegen. Doch es ist ein Auftakt mit zuerst noch etwas angezogener Handbremse.

„Am kommenden Mittwoch beginnt – endlich muss man sagen – das Impfen in den Praxen“, sagt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. „Zu den 430 Impfzentren, die wir bisher haben, kommen 35 000 weitere dazu.“ Es soll ein offizieller Startschuss für die zweite Phase der „Impfkampagne“ sein, auch wenn mancherorts schon vorher erste Praxen mit im Spiel sind. Zu einem spontanen Ansturm gleich nach den Feiertagen soll es aber auch nicht kommen. Denn in der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen erst einmal 940 000 Impfdosen. Das macht rein rechnerisch nur gut 26 Dosen pro Praxis.

„Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Denn mit dem bundesweiten Einstieg der Praxen würden jetzt die Abläufe eingestellt, um die Impfzahlen dann in wenigen Wochen deutlich steigern zu können.