Ein neues Auto im Prospekt aussuchen, die Sonderausstattung wählen, und nach der Lieferung genau so damit umherfahren – für Marijan Mernik und seinen Freund Marcel Vogt ist das nichts.

Die Schrauber: Marijan Mernik und Marcel Vogt stellen ihre Fahrzeuge auf der Tuning World in Friedrichshafen aus.
Die Schrauber: Marijan Mernik und Marcel Vogt stellen ihre Fahrzeuge auf der Tuning World in Friedrichshafen aus. | Bild: Marian Mernik

Die beiden Schwarzwälder haben individuell ausgerüstete Fahrzeuge, die nicht nur ordentlich PS unter der Haube haben, sondern auch anders aussehen als Serienfahrzeuge. Dafür stecken sie eine Menge Zeit und Geld in ihre Autos.

Von der Masse abheben

„Ich möchte mich von der Masse abheben“, erklärt Marijan Mernik. „Ich kann kein Auto fahren, das es überall gibt, das ist mir zu langweilig.“ Beide widmen sich mit Liebe und Genauigkeit ihren Autos, die man übrigens auf der Tuning World Friedrichshafen an diesem Wochenende bewundern kann.

Der hat‘s in sich: Dieser getunte Golf III hat mehr unter der Haube, als man auf Anhieb sieht. Auch die Farbe ist etwas Besonderes.
Der hat‘s in sich: Dieser getunte Golf III hat mehr unter der Haube, als man auf Anhieb sieht. Auch die Farbe ist etwas Besonderes. | Bild: Marian Mernik

Mernik nennt einen Golf III von 1993 sein Eigen, an dem „ziemlich viel gemacht“ wurde, wie er sagt. Als Erstes kam ein Turbo-Motor mit größerem Turbolader aus dem Audi TT unter die Haube, der dem Golf 300 PS statt ursprünglicher 116 Pferdestärken verleiht.

Der Innenraum ist in Porscheleder und Alcantara, es gibt ein Luftfahrwerk und BBS-Räder von der Felgenschmiede in Schiltach. Auf den Lack ist Mernik besonders stolz: „Das ist ein Lack, den es eigentlich noch gar nicht gibt“, sagt er. Candyblau heißt die Farbe, die im Sonnenlicht changiert, metallic natürlich.

Ein guter Ausgleich zur Arbeit

„Schrauben ist für mich ein Hobby“, erzählt Mernik. „Das ist ein guter Ausgleich für eine stressige Woche. Andere gehen am Samstag auf den Fußballplatz, ich schraube am Auto und dreh dann eine Runde.“

Freilich: Anpacken müsse man schon, erklärt der Auto-Fan. „Wenn man alles machen lässt, geht das in die Zehntausende.“ Da trifft es sich gut, dass Marcel Vogt und er zusammen in Donaueschingen eine Autowerkstatt betreiben, wo man nach Feierabend alles Nötige beieinander hat.

Ein Golf mit 600 PS

Merniks Golf können Bewunderer in Friedrichshafen beim „Eurovision Tuning Showdown“ (ETS) besichtigen. Marcel Vogt stellt in Friedrichshafen zwei Fahrzeuge aus: erstens einen Golf IV und zweitens einen Audi R 8, beide auf der Style Mile. Auch dieser Golf ist komplett neu gemacht, vom Lack über das Luftfahrwerk bis hin zum V6-Motor mit Turbo und höllischen 650 PS.

Da der Audi R 8 als Sportwagen ja ohnehin schon bestens motorisiert ist, mussten die beiden Schrauber beim Motor wenig tun. Aber optisch geht natürlich immer was. Marcel Vogt lackierte den Sportwagen in Lamborghini-Rot, der Kunststoff im Fahrzeug ist in Klavierlack-Optik. Auch hier bietet ein Luftfahrwerk mehr Komfort und mehr Optik, von den Felgen, 20 Zoll übrigens, gibt es weltweit nur fünf Sätze.

Luftfahrwerke sind Luxusklasse

Warum übrigens die Luftfahrwerke? Luftfahrwerke, so erklärt Marijan Mernik, würden normalerweise nur in Fahrzeugen der Luxusklasse verbaut. Sie böten zum einen mehr Komfort beim Fahren, zum anderen könne man aber die Luft für Ausstellungen auch ablassen, was dann einfach besser aussieht.

Und die Frauen der beiden, was sagen die zum Hobby der Schrauber? „Die stehen voll dahinter“, sagt Mernik und grinst ein wenig. Gelegentlich helfen die Damen gern beim Schrauben mit, zumal sie ja selbst vom Hobby der Männer profitieren: Die eine fährt einen aufgepeppten Golf V, die andere ein verschönertes Golf Cabrio, US-Modell. Da kann frau dann schon auch mal kräftig in die Werkzeugkiste greifen.