• Wer lacht, lebt länger: Die US-Forscher Ernest Abel und Michael Kruger suchten Beweise in den Autogrammkarten von 230 Baseball-Spielern aus dem Jahr 1952. Von den bis zum Studienjahr 2010 bereits gestorbenen Ex-Sportlern waren diejenigen, die emotionslos in die Kamera geschaut hatten, im Schnitt 72,9 Jahre alt geworden. Bei den leisen Lächlern waren es 75; wer breit grinsend fotografiert worden war, erreichte ein Alter von durchschnittlich 79,9 Jahren. Eine Nachfolgeuntersuchung unter Einbeziehung weiterer Faktoren wie etwa Ausbildung, Karrieredauer und Familienstand konnte die Ergebnisse allerdings nicht bestätigen. Zwar könnte eine freundliche Grundeinstellung zu einem längeren Leben beitragen, erklärten die Forscher unter Leitung des Leipziger Psychologen Michael Dufner. Die Momentaufnahme für eine jahrzehntealte Autogrammkarte gebe darüber aber keinen Aufschluss.
  • Schlecht gelaunt? Lachen hilft: Viel machen es unbewusst richtig: War der Tag besonders stressig, gönnen sie sich am Abend einen witzigen Film. Wer dann anderthalb Stunden ausgiebig lacht, fühlt sich hundertprozentig besser. Was jemand lustig findet, ist natürlich Geschmackssache. Humor ist alters- und gesellschaftsabhängig. Junge Leute können heute mit Dick und Doof oder Loriot nicht mehr viel anfangen.
  • Können Tiere lachen? „In seinen Grundzügen existiert es auch bei unseren nächsten Verwandten: den Menschenaffen“, so die Evolutionsforscherin Elke Zimmermann gegenüber dem Portal „Wissenschaft.de“. Lautäußerungen anderer Tiere hätten dagegen andere Funktionen der Kommunikation innerhalb der eigenen Art. Das Wiehern von Zebras, das Gackern von Hühnern oder das Gelächter von Hyänen klängen nur für menschliche Ohren wie Gelächter. „Sie sind nicht mit dem Lachen im menschlichen Sinne vergleichbar.“ Allerdings schwören Hundebesitzer, dass Dackel hundertprozentig lachen können. Ratten piepsen vor Vergnügen und Schimpansen keuchen, wenn sie gekitzelt werden.
     
Schimpansen tun guten Kumpels gern mal einen Gefallen.
Schimpansen tun guten Kumpels gern mal einen Gefallen. | Bild: AFP
  • Ehrlich oder falsch? Ein Lächeln kann man auch anknipsen. Ob es echt oder falsch ist, fand schon im 19. Jahrhundert der französische Psychologe Guillaume-Benjamin Duchenne heraus. Beim ehrlichen Lächeln werden nicht nur die Mundwinkel nach oben gezogen, vielmehr bilden sich zugleich in den Augenwinkeln kleine Fältchen. Dahinter stecken unwillkürliche Kontraktionen des großen Jochbeinmuskels (Musculus zygomaticus major) und des Augenringmuskels (Musculus orbicularis oculi). Ein vorgetäuschtes Lächeln wird dagegen willentlich vom Großhirn kontrolliert, das die Augenmuskeln nicht steuern kann.
     
Fürs Lachen zuständig: der Augenringmuskel (orbicularis oculi).
Fürs Lachen zuständig: der Augenringmuskel (orbicularis oculi). | Bild: Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com
  • In allen Kulturen: Lachen ist universell. Menschen können damit Freude zeigen und Konflikte entschärfen, sagte die Evolutionsforscherin Elke Zimmermann dem Portal „wissenschaft.de“. Aber: Nicht überall wird es gleich aufgefasst. Das fanden Forscher um den polnischen Psychologen Kubra Krys heraus. Ihre Theorie: In Kulturkreisen, in denen man seine Zukunft schlecht einschätzen kann, werde mit dem Lachen die Unsicherheit bemäntelt, was nicht als klug gelte. Und: Gibt es in einem Land viel Korruption, waren die Leute gegenüber einem Lächeln besonders misstrauisch. In Frankreich oder im Iran sieht man Lachen eher als ein Zeichen von Dummheit. In der Schweiz oder China hingegen gelten lachende Menschen als intelligent. Wer in Deutschland ein ernstes Gesicht macht, gilt schnell als arrogant.
  • Das Lachen verkneifen... Kaum etwas ist schwieriger, als sich das Lachen in einer lustigen Situation zu verbeißen. Unvergessen: der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber über den eingewanderten Bär Bruno: „Es gibt den Problembär und den Schadbär. Das ist jetzt ned zum Lachen“, maßregelte er dann die lachenden Journalisten. Und Elvis Presleys Aufnahme von „Are you lonesome tonight“, bei der er sich vor Lachen ausschüttet, weil eine Dame in höchsten Tönen mitsingt, ist weltberühmt geworden.
  • Wenn Lächeln stresst: Wenn ein freundliches Lächeln zur Job-Uniform gehört, kann es schnell zum Stressfaktor im Beruf werden. Der Frankfurter Arbeits- und Organisationspsychologe Dieter Zapf sieht besonders Flugbegleiter, Verkäufer und Mitarbeiter von Call-Centern gefährdet. Von ihnen werde ein zwanghaftes Vortäuschen von Freundlichkeit verlangt, oft über viele Stunden. Die Mitarbeiter bräuchten deshalb Räume und Zeiten ohne Kundenkontakt, in denen sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen könnten, fordert Zapf. Sonst drohten beispielsweise Depressionen.
     
Freundlich bis zuletzt: Flugbegleiterin Carola Fietz schenkt beim letzten Flug der Air Berlin von München nach Berlin Getränke aus.
Freundlich bis zuletzt: Flugbegleiterin Carola Fietz schenkt beim letzten Flug der Air Berlin von München nach Berlin Getränke aus. | Bild: Gregor Fischer/dpa
  • Smiley und Kollegen: Seit Jahrzehnten ist das Smiley in aller Welt als kleiner freundlicher Alltagsgruß unterwegs. Lange bevor es als Emoji Computer-Bildschirme und Smartphones eroberte, waren gelbe Grinse-Anstecker allgegenwärtig. Das Design geht zurück auf einen Button, den der US-Werbegrafiker Harvey Ball 1963 für eine Versicherungsgesellschaft entwarf. Ziel war es, die Mitarbeiter zum Lächeln zu bringen. Ball selbst registrierte das Smiley nie als Markenzeichen. 1999 stieß er den „World Smile Day“ (Welttag des Lächelns) an. Jeder erste Freitag im Oktober sollte fortan auf der ganzen Welt dem Lächeln und freundlichen Taten gewidmet sein.
  • Lachen verboten! Diktatoren hassen Lachen und Witze. Flüsterwitze kratzen an ihrer vermeintlichen Allmacht, holen sie von ihrem hohen Ross herunter. Im Dritten Reich wurden Hitler-Witze streng bestraft. Hier ein Klassiker: „Was ist ein Arier? Das ist einer, der so blond ist wie Hitler, so groß wie Goebbels und so schlank wie Göring.“ Auch im Krimiroman „Der Name der Rose“ von Umberto Eco ist das Lachen in einem mittelalterlichen Kloster verpönt. Mehrere Mönche müssen sterben, weil sie ein Buch, die Poetik des Aristoteles, suchen, in dem es ums Lachen geht.
  • Gut für die Gesundheit: Bei heftigem Lachen wird die Lunge viel besser belüftet als sonst und ein Vielfaches an Sauerstoff gelangt in den Körper. Zudem steigt die Zahl der Abwehrzellen. Das Risiko eines Herzinfarktes wird durch häufiges Lachen halbiert. Also: Finden Sie Ihren Humor!

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.