Fred und Wilma Feuerstein hätten an dem Flintstone-Haus in dem schicken Ort bei San Francisco ihre helle Freude. Die 85-jährige Besitzerin Florence Fang hat ihre Millionenvilla in Hillsborough liebevoll im Steinzeit-Flair dekoriert. Über fünf Meter hohe Dinosaurier, Mammuts und eine Stahlgiraffe bevölkern neben knallbunten künstlichen Pilzen den Garten.

Die Feuersteins im Garten

Vor dem Haus steht ein lebensgroßes Abbild von Fred Feuerstein. Auch dessen Frau Wilma und die Nachbarn Betty und Barney aus der beliebten 60er-Jahre-Cartoonserie „Familie Feuerstein“ (englisch: The Flintstones) gehören zu dem schrägen Sammelsurium auf dem Grundstück. Der berühmte Schlachtruf „Yabba Dabba Doo“ ziert in großen Buchstaben die Auffahrt zur Garage.

Comic-Figuren aus der Zeichentrickserie „Familie Feuerstein“ zieren das Grundstück des Flintstone-Hauses bei San Francisco.
Comic-Figuren aus der Zeichentrickserie „Familie Feuerstein“ zieren das Grundstück des Flintstone-Hauses bei San Francisco. | Bild: Barbara Munker/dpa

Klage wegen nicht genehmigter Bauten

„Ich liebe all diese Figuren. Ich erwecke damit die guten Erinnerungen an die Flintstones zum Leben und mache mich und andere Menschen glücklich“, sagt Fang. „Und ich werde dafür kämpfen“, fügte die pensionierte Unternehmerin hinzu.

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Im März wurde Fang von der Gemeinde verklagt, die nicht genehmigten Anbauten auf dem Grundstück zu entfernen. Fang habe wiederholte Aufforderungen, die nötigen Baugenehmigungen zu beschaffen, ignoriert, sagt Hillsboroughs Anwalt Mark Hudak.

Ein "Schandfleck" für die Stadt Hillsborough

Alle Anwohner müssten diese Regeln befolgen. Das habe mit Sicherheitsauflagen, aber auch mit Ästhetik zu tun. Bei einer Anhörung beschrieben Stadtvertreter das Flintstone-Haus als „Schandfleck“.

Auch Saurier-Figuren sind vor dem bunt angemalten Haus zu entdecken. Bilder: dpa
Auch Saurier-Figuren sind vor dem bunt angemalten Haus zu entdecken. Bilder: dpa | Bild: Barbara Munker/dpa

Die Hügel von Hillsborough schirmen das Grundstück weitgehend ab, doch von einer nahe gelegenen Autobahnbrücke aus ist das skurrile Haus mit den riesigen Garteninstallationen deutlich zu sehen. Und viele Passanten haben daran offenbar Spaß. Eine Online-Petition zum Erhalt der Steinzeit-Dekorationen hat bereits über 24.000 Unterschriften gesammelt.

„Das ist Amerika, hier kann man Dinge anders machen, hier kann man seine Träume erfüllen.“ Florence Fang, Hausbesitzerin, will um ihre Flintstone-Villa kämpfen
„Das ist Amerika, hier kann man Dinge anders machen, hier kann man seine Träume erfüllen.“ Florence Fang, Hausbesitzerin, will um ihre Flintstone-Villa kämpfen | Bild: Barbara Munker/dpa

Fang wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe. Sie spricht von einem Kleinkrieg mit ständig neuen Auflagen. „Eigentlich wollte ich nur ein friedliches, ruhiges Rentnerleben führen, doch jetzt ist alles anders“, seufzt die Eigentümerin. Und fügt kämpferisch hinzu: „Das ist Amerika, hier kann man Dinge anders machen, hier kann man seine Träume erfüllen.“

Sämtliche Pläne müssen überprüft werden

Die Stadt Hillsborough sieht das anders. Man könne nicht einfach ein Auge zudrücken, sagt Anwalt Mark Hudak. Fang müsse ihre Pläne einreichen und überprüfen lassen.

Das bunt angemaltes Haus in ungewöhnlicher Bauweise steht in Hillsborough nahe San Francisco. Mit meterhohen Dinosauriern und anderen Figuren dekorierte eine Kalifornierin ihr ausgefallenes Flintstone-Haus.
Das bunt angemaltes Haus in ungewöhnlicher Bauweise steht in Hillsborough nahe San Francisco. Mit meterhohen Dinosauriern und anderen Figuren dekorierte eine Kalifornierin ihr ausgefallenes Flintstone-Haus. | Bild: Eric Risberg/dpa

Die großen „Yabba Dabba Doo“-Buchstaben im Vorgarten dürften dabei wohl auf der Strecke bleiben, meint Hudak. „Sie verstoßen gegen unsere Schildervorschriften. Das können wir wahrscheinlich nicht zulassen.“ (dpa)