Ein Ehepaar erwirbt ein idyllisches Anwesen im oberbayerischen Holzkirchen. Doch aus der erhofften Landlust wird sehr bald verbitterter Landfrust. Schuld sind für die Eheleute bimmelnde Kuhglocken auf der Weide der Bäuerin nebenan, fieser Güllegeruch und Fliegen. Versuche einer Einigung durch die Anschaffung von GPS-Kuhglocken auf Kosten der Zugezogenen scheiterten, worauf diese Klage vor Gericht einreichten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Des Pudels Kern dieses Streits tifft unsere Userin Franca Winter zu unserem Facebook-Posting mit einem Zitat aus Friedrich Schillers berühmten Drama Wilhelm Tell:

So poetisch gehen längst nicht alle User in ihren Kommentaren zu unserem Posting mit den klagenden Eheleuten um: 

Der Tenor auf Facebook ist jedenfalls eindeutig. Kaum jemand ergreift Partei für die Kläger. Stattdessen darf sich die Bäuerin über viel Zuspruch freuen, wohingegen die Zugezogenen viel Häme ernten:

Keine Frage, das Thema emotionalisiert und die Eheleute dienen als Projektionsfläche für Spott gegen die unzufriedene, nörgelnde Gesellschaft: 

Auch ein warnender Verweis auf den Bodensee fehlt nicht:

Unverständnis ruft auch der Umstand hervor, dass ein Gericht solch eine Klage überhaupt zulässt:

 

 

Ob ein Richter diese Kuh beziehungsweise Kühe noch vom Eis bringt, bleibt abzuwarten. Eine erste Entscheidung will das Landgericht München II im Januar verkünden. Für unsere User jedenfalls steht fest: Wer aufs Land zieht, muss mit bimmelnden Kuhglocken und Güllegeruch rechnen und dies dann auch hinnehmen.