Im Fall der Armbrust-Toten aus Passau dauern die Ermittlungen im Umfeld der zwei Frauen und des Mannes an. In zwei bis drei Wochen sei mit einem Abschlussbericht zu rechnen, sagte ein Sprecher der dortigen Staatsanwaltschaft. Auch im niedersächsischen Wittingen geht die Arbeit der Ermittler weiter. Die Todesursache der beiden am Montag dort aufgefundenen Frauen war weiter unbekannt. Völlig unklar ist bislang das Motiv für das gesamte Geschehen.

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Über die Beziehung zwischen den Toten im mysteriösen Armbrust-Fall sind bisher nur Spekulationen bekannt. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung soll der in Passau tot aufgefundene Torsten W. mit mehreren Frauen liiert gewesen sein. Im niedersächsischen Wietze soll er eine Zeit lang auf einem Hof mit drei Frauen gelebt haben. Der „Bild“-Zeitung sagte der Vermieter des Guts, dass die Frauen von Torsten W. regelrecht herumkommandiert wurden. „In kurzen Imperativsätzen: ,Hast du auch sauber gemacht? Aber zackig!‘ Die Körpersprache der Frauen war devot, Kopf nach unten. Er hat Befehle gegeben.“ – wird er von der Zeitung zitiert.

Im Kampfsportclub kennengelernt

Die rechtsmedizinische Untersuchung der Toten aus der Pension in Passau gab zuletzt Hinweise auf die Tatumstände. Die Staatsanwaltschaft geht bei dem 53-Jährigen Torsten W., der 33-jährigen Kerstin E. und der 30-jährigen Farina C. von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus. Geklärt ist die Identität der beiden in der Wohnung von Farina C. in Wittingen gefundenen Frauen. Bei einer der beiden handelte es sich laut Polizei um deren Lebenspartnerin. Die zweite Tote ist eine 19-Jährige, die ebenfalls in der Wohnung lebte.

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Der TV-Sender RTL berichtete unter Verweis auf Ermittler, dass es sich bei der 19-Jährigen um eine seit mehreren Jahren vermisste Jugendliche handeln dürfte. Deren Eltern berichteten im Interview, wie ihre Tochter den 53-Jährigen im Kampfsportclub kennen lernte und wenig später den Kontakt zur Familie abbrach. Warum sich der Mann und seine beiden Begleiterinnen ausgerechnet Passau und speziell diese Pension aussuchten, ist weiterhin unklar.

Mittelalter-Vereine sorgen sich um ihren Ruf

  • Mittelalterladen von Torsten W.: Der 53-Jährige, der zusammen mit Farina C. und Kerstin E. tot in Passau aufgefunden wurde, betrieb in Hachenburg im Westerland einen Mittelalterladen. Doch was bedeuten die Todesfälle nun für die vielen Vereine, die regelmäßig Mittelalter-Feste feiern? Adelbert Seiberlich und seine Historische Bürgergilde aus Augsburg erforschen das ausgehenden Mittelalter. Ihm ist wichtig, dass man bei der Gräueltat von Passau keine Zusammenhang zum Ritterwesen zieht. „Niemand weiß, was hinter diesem Verbrechen steckt“, sagt er.
  • Keine Waffennarren: Waffenduelle locken immer tausende zu Ritterspielen. „Die Begeisterung der Menschen für den Kampf ist uralt“, sagt Mittelalter-Darsteller Seiberlich. Eine übersteigerte Faszination für Waffen fällt ihm nicht auf – weder bei Mittelalterfans noch bei Leuten in den Vereinen.
  • Aufregung in den Vereinen: Seiberlich hat in den sozialen Medien viel zu den tödlichen Armbrust-Schüssen in Passau gelesen. „Viele Mitglieder der Vereine fürchten jetzt, dass die Behörden jegliche Waffen bei den Vorführungen verbieten“, sagt er. Das sei blinder Aktionismus. Eine moderne Armbrust, wie sie in Passau benutzt wurde, habe „absolut nichts“ mit einer historischen zu tun. Dass man die modernen Modelle einfach so kaufen könne, „das wundert mich schon lange“. (dpa / aa)